Frauen auf Geschäftsreise

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Tipps für mehr Sicherheit

Die Zahl weiblicher Geschäftsreisender steigt stetig. Dabei drohen insbesondere Frauen gerade auf Reisen in fremde Kulturkreise spezifische Gefahren.

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von Martin Jürs, 06.01.2014, 09:00 Uhr
Das Risiko von Übergriffen ist für Frauen auf Geschäftsreise größer als für männliche Kollegen.
Foto: Shutterstock

Die Situation ist vielen weiblichen Geschäftsreisenden nur zu vertraut: „Allein an der Bar oder im Restaurant zu sitzen, das ist im Ausland für Frauen oft der reinste Horror“, sagt Sven Leidel, Managing Director der Sicherheitsberatung ASI Europe. Denn dort, aber durchaus auch im Inland, bleiben sie häufig nicht lange allein. Werden von aufdringlichen Männern angesprochen oder mitunter sogar als Prostituierte wahrgenommen, so Leidel weiter.

Frauen, das zeigen solche realistischen Schilderungen, drohen auf Reisen, auch auf Geschäftsreisen, mitunter spezielle Risiken. Die bestehen dabei nicht nur in plumper Anmache nach Dienstschluss in der Hotelbar. „In vielen Ländern werden Frauen von Kriminellen als einfaches Ziel eingeordnet“, so Sicherheitsexperte Leidel. Die Vorstellung vom „schwachen Geschlecht“ scheint hier durch.

Frauen auf Geschäftsreise: Probleme in fremden Kulturen

Das gilt umso mehr, wenn dem weiblichen Geschlecht in der jeweiligen Kultur eine untergeordnete Stellung zugewiesen wird. Da überrascht es nicht, dass Afghanistan, der Kongo, Pakistan, Indien und Somalia laut Forbes Online die Liste der gefährlichsten Länder für Frauen anführen, zumindest mit Blick auf gewalttätige Übergriffe und Vergewaltigungen.

Auch wenn diese Ziele – vielleicht mit Ausnahme Indiens – sicher nicht zu den klassischen Geschäftsreisedestinationen zählen, sollten Unternehmen die Gefahr, die ihren weiblichen Mitarbeitern auf Auslandsreisen droht, nicht unterschätzen. Dabei gehe es nicht darum, Frauen Angst zu machen, wie Sven Leidel auf dem VDRSicherheitsforum im Rahmen des fvw Kongresses in Köln betonte. Es gehe allein darum, die Augen nicht vor möglichen Bedrohungen zu verschließen.

Zumal die Firmen immer mehr Frauen auf Dienstreisen schicken. In den Ländern Skandinaviens werden laut der Studie „How Women Travel“ von der Unternehmensberatung A. T. Kearney bereits zwei von fünf Business Trips von Frauen absolviert. In Frankreich beträgt der Anteil der Dienstfahrten, der von weiblichen Business Travellern unternommen wird, immerhin gut ein Drittel. Deutschland hinkt mit einem Anteil von knapp 20 Prozent zwar noch etwas hinterher. Doch werden damit auch hierzulande von zuletzt mehr als 166 Mill. Geschäftsreisen im Jahr immerhin schon mehr als 41 Millionen Dienstfahrten von Frauen getätigt. Eine Zahl, die in Zukunft noch erheblich zunehmen dürfte. Die Berater von A.T. Kearney gehen jedenfalls davon aus, dass bis zum Jahr 2020 38 Prozent aller Business Trips in Deutschland von Frauen durchgeführt werden.

Auch wenn Frauen heute ebenso selbstverständlich auf Geschäftsreise gehen wie ihre männlichen Kollegen, optimal vorbereitet fühlen sie sich nicht in jedem Fall. In einer von ASIManager Leidel durchgeführten, allerdings nicht repräsentativen Umfrage unter weiblichen Geschäftsreisenden, gaben zwei Drittel an, keine speziellen Verhaltensempfehlungen durch den Arbeitgeber vor Auslandsreisen zu er halten. Mehr als drei Viertel waren zudem der Meinung, dass ihr Unternehmen bei Prävention und Reisevorbereitung mehr tun sollte. Dabei wünschen sie sich unter anderem onlinegestützte Schulungen.

Wenn Frauen auf Geschäftsreise gehen, dann fühlen sie sich aber nicht nur beim Bar oder Restaurantbesuch unwohl. (Sicherheits)Bedenken gibt es auch mit Blick auf das Hotel und die Nutzung der Verkehrsmittel vor Ort.

 
 
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