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Lohnt sich Duty Free noch?

Sie nennen sich Duty Free oder Travel Value Shop – BizTravel verrät, wann und wo sich das Einkaufen am Airport trotz Europäischer Union noch lohnt.

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von Rita Münck, 21.11.2011, 09:00 Uhr
Beliebte Mitbringsel: Hochprozentiges wird gern am Flughafen gekauft – besonders von Skandinaviern.
Foto: Hemera

Für umgerechnet 145.000 Euro kaufte jüngst ein chinesischer Geschäftsmann im Duty-Free-Laden des Flughafens von Singapur einen 62 Jahre alten Single Malt Whisky, ein Sammlerstück. Wie groß der Steuervorteil bei dem Einkauf war, wurde allerdings nicht überliefert.

Fakt aber ist: Spirituosen gehören zu den beliebtesten Waren, die in Duty-Free-Läden abgesetzt werden. „Besonders in Norwegen kaufen die Passagiere wegen der Steuervorteile gern bei der Ankunft am Flughafen Hochprozentiges ein“, bestätigt Torsten Ehlers, Business-Compliance-Leiter bei der Firma Gebr. Heinemann aus Hamburg. Heinemann gehört zu den weltweiten Marktführern unter den Flughafen-Einzelhändlern.

Johnnie Walker geht mit

In Deutschland gehöre „Johnnie Walker“ neben „Chanel No 5“ zu den Verkaufsschlagern, sagt Ehlers. Dabei ist der Preisvorteil hierzulande am Airport längst nicht mehr so hoch wie noch zu Duty-Free-Zeiten. Doch es gibt ihn – trotz Europäischer Union (EU). Das bestätigt sogar der TÜV. Demnach sind 90 Prozent aller Produkte in den Duty Free Shops günstiger als außerhalb des Flughafens – sogar um bis zu 30 Prozent (siehe Kasten).

Fakten und Preise

Allgemein: Duty-Free-Marktführer Heinemann verspricht, dass 90 Prozent aller Artikel in seinen Flughafenläden bis zu 30 Prozent günstiger sind als im Handel in Deutschland. Das bestätigt auch der TÜV Süd. Voraussetzung für den Einkauf ist eine gültige Bordkarte.

Preisvergleich: Kostet eine 0,75-Liter-Champagner- Flasche „Moet & Chandon“ im Handel laut Heinemann im Schnitt 50,64 Euro, zahlen Kunden in den Duty-Free-Läden an deutschen Flughäfen aktuell 33,90 Euro – also 33 Prozent weniger. Den 100-Milliliter-Flacon „One Million“ Eau de Toilette-Spray von Paco Rabanne für den Herrn gibt es dort derzeit für 56 Euro – der Durchschnittspreis im Handel liegt bei 72,95 Euro (plus 23 Prozent).

Zigaretten: Sie werden besonders behandelt und sind innerhalb der EU nicht steuerbefreit. Dennoch kann sich der Einkauf auch bei Reisen zwischen zwei EU-Ländern lohnen, wenn die Steuersätze in den Ländern stark variieren.

Ware deponieren: Heinemann bietet an einigen Flughäfen an, dass Einkäufe deponiert und beim Rückflug abgeholt werden können.

„Und das gilt, egal wohin der Kunde von Deutschland aus reist“, sagt Experte Ehlers. Ganz gleich, ob er im Land bleibt, ein Ziel innerhalb der EU wählt oder zur Fernreise startet: Die Läden gewähren allen abfliegenden Passagieren dieselben Preise.

Wie kann das sein? Schließlich ist der von Mehrwert- oder Verbrauchssteuer befreite Einkauf zwischen zwei Zollgrenzen – nichts anderes bedeutet Duty Free – zumindest innerhalb der EU seit 1999 eigentlich kein Thema mehr. Um weiter einen Preisvorteil anbieten zu können, hat sich der Einzelhändler mit seinen Partnern auf das sogenannte Travel-Value-Konzept geeinigt.

Eine Besonderheit gibt es bei Tabakwaren: Bei denen erlaubt das Tabaksteuergesetz innerhalb der EU wegen der Banderolenpflicht keine anderen Preise. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Wer auf die Kanaren oder nach Helgoland reist, kann dort nach wie vor Zigaretten steuerfrei erwerben. Auf Inseln gelten eben andere Gesetze. „Für Reisende ist das alles gar nicht so einfach“, gibt Ehlers zu. Auf die Frage, ob Flugpassagiere besser im Abflug- oder im Zielland einkaufen, hat er eine Faustregel parat: „Jeder Reisende muss sich fragen: Wo komme ich her, wo gehe ich hin? Das Preisniveau in den jeweiligen Ländern wirkt sich direkt darauf aus, wo die Waren am günstigsten sind. Zudem gibt es einige Artikel natürlich auch nur in bestimmten Ländern.“ Regionale Spezialitäten eben – und die sind als Mitbringsel oft sehr gefragt.

 
 
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