Indien

(0)

Reisen ins Land der vielen Gesichter

Der Subkontinent will den deutschen Mittelstand ins Land locken: Nachhaltige, neue Technologien sind gefragt. Über Chancen und Probleme im Geschäftsverkehr.

Seite 1 von 2
von Oliver Graue, 14.08.2017, 12:04 Uhr
Sehr bunt: Shiva-Tempel in Bangalore.
Foto: Shutterstock

Als sich Bundeskanzlerin Merkel und ihr indischer Amtskollege Modi im Juni in Berlin trafen, war das Klima deutlich besser als bei den Gesprächen zwischen Merkel und US-Präsident Donald Trump. Das 1,3 Milliarden-Einwohner-Land Indien sei ein Partner, „an dessen guter Entwicklung wir umfassend interessiert sind“, sagte die Kanzlerin. Modi brachte es auf die Formel: „Wir sind füreinander gemacht.“

Tatsächlich gelten die politischen Beziehungen zwischen Indien und Deutschland als gut. Als eines der ersten Länder weltweit hatte der Subkontinent nach dem Zweiten Weltkrieg die Bundesrepublik diplomatisch anerkannt. Heute geht es vor allem um den Ausbau der wirtschaftlichen Kontakte: Indien verfolgt ein ambitioniertes wirtschaftliches Reformprogramm, welches dem Land einen weltweit höheren Stellenwert geben soll.

Geplant ist zudem eine enge Kooperation bei Digitalpolitik, nachhaltiger Stadtentwicklung, Manager-Fortbildung, dualer Ausbildung sowie Eisenbahn-Sicherheit. Finanziell unterstützt Deutschland die Regierung Modis in diesem Jahr mit gut einer Milliarde Euro.

Weltweit die Nummer 3

Für die deutsche Wirtschaft lohnen sich Investitionen wie diese. Immerhin hat sich der Handelsaustausch zwischen den beiden Ländern seit 2008 verdreifacht – auf 17 Mrd. Euro. Von diesen entfallen 10 Mrd. Euro auf deutsche Ausfuhren nach Indien. Besonders gefragt sind Maschinen, die etwa ein Drittel am Gesamtexport ausmachen, gefolgt von Elektrotechnik, Metallwaren, Chemie und Auto.

Voriges Jahr wuchs Indiens Wirtschaft zudem kräftig um 7,2%. Ziel ist es, bis spätestens 2050 zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt nach China und den USA zu werden. Derzeit steht man noch auf Platz sieben.

Dabei könnten sich gerade für den deutschen Mittelstand neue Möglichkeiten eröffnen. Modi will in seinem Land mehr als 100 neue, nachhaltig wirtschaftende Städte bauen und setzt dabei auf deutsche Technik, besonders in den Segmenten Wasser und Müll. Noch allerdings hat Indien in Sachen Ökonomie eine Menge Hausaufgaben zu machen – denn das Investitionsklima für ausländische Unternehmen ist alles andere als gut.

So beklagen die deutschen Firmen sehr hohe Zölle, zahlreiche Handelshemmnisse, hohe bürokratische Hürden und ein sehr langsam arbeitendes Rechtssystem. Auf der Weltbank-Liste der investorenfreundlichsten Staaten befindet sich Indien denn auch ziemlich am Ende – auf Platz 130 von insgesamt 160 Ländern. Geklagt wird zudem über Korruption.

Neue Flugverbindungen

Immerhin: Der Geschäftsreiseverkehr zwischen Indien und Deutschland nimmt zu. Neben vielen Umsteigeflügen etwa über die Golfstaaten oder die Türkei bieten sich Nonstop-Verbindungen ab Deutschland an. So starten Air India und Lufthansa ab Frankfurt nach Bangalore, Chennai (Madras) und Delhi. Letzteres wird auch ab München bedient.

Zu einer beliebten Alternative gerade bei Geschäftsreisenden haben sich allerdings die Flüge von Jet Airways ab Amsterdam entwickelt. Die größte private Fluggesellschaft Indiens, die der Allianz um Etihad angehört, startet in Hollands Hauptstadt täglich nach Delhi, Mumbai (Bombay) und ab Ende Oktober 2017 zusätzlich nach Bangalore. Die Zubringer nach Amsterdam übernimmt Jet-Airways-Partner KLM.

Unabhängig davon: Wer nach Indien einreisen will, benötigt ein Visum. Dabei rät das Auswärtige Amt, sich nicht auf ein Touristenvisum zu verlassen, da die indischen Behörden immer wieder die tatsächlichen Reiseanlässe überprüfen. Sowohl für Konferenzen als auch für Geschäftsreisen, Freiwilligendienste (NGO) und Arbeitseinsätze gibt es unterschiedliche Dokumentarten.

Nächste Seite: Was Sie für ein Visum benötigen

 
 
1 spacer 2

Weitere Business Travel-Themen

Verpflegungspauschale
(0)

Neue Sachbezugswerte für 2017

Die amtlichen Werte, die für Mahlzeitengestellung außerhalb von Dienstreisen anzusetzen sind, wurden leicht erhöht. Der Betrag für Unterkunftskosten bleibt gleich. mehr

 
© 2017 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media