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iPhone, Blackberry, Handy & Co

04.03.2010, 15:34 Uhr

App jetzt immer dabei

von Oliver Graue

Unterwegs Hotels reservieren und Flüge umbuchen: Für Geschäftsreisende sind Smartphones wichtig wie nie. Wir sagen, was sie wirklich können.

iPhone & Co: mobile Reiseservices sind auf dem Vormarsch.
Foto: iStockphoto

Ein wenig neidisch sei sie schon, sagt die Marketing-Assistentin Klara Halmann: Neidisch auf jene acht Kollegen, die in ihrer Agentur als Vielreisende gelten. Und die sie, da sie sich um Geschäftsreisen kümmert, mit iPhones ausrüsten soll. Denn auch von unterwegs sollen die Kollegen per App ihre Reisepläne checken, notfalls ein Hotel reservieren oder Flüge umbuchen. Mobile Reise-Services via iPhone, Blackberry und Handy: „Das ist heute ein Muss“, sagt Klara Halmann, „ein digitales Schweizer Taschenmesser, dass man immer bei sich trägt.“

Stefan Wagner, Chef der Jenaer IT-Firma Mvolution, hört das gern. „Sobald der Geschäftsreisende seinen PC verlässt, braucht er eine mobile Lösung“, sagt er: „Reisen endet schließlich nicht mit der Buchung. Man benötigt ständig aktualisierte Reisepläne, um Flugverspätungen oder Gate-Wechsel mitzubekommen. Oder man muss kurzfristig eine Übernachtung buchen, weil der Termin länger dauert als geplant.“ Der „smarte Begleiter für die Hosentasche“, wie ein Branchenkenner ihn liebevoll nennt, scheint unentbehrlich zu werden.

Durchbruch kam erst 2009

Dabei ist der Trend zum mobilen Planen oder Buchen neu. „Zwar haben Anbieter wie die Bahn, Lufthansa oder HRS schon seit einigen Jahren eine mobile Website. Der Durchbruch kam aber erst im vorigen Jahr mit dem iPhone und den Apps“, sagt Wagner. Zu tun gibt es seiner Ansicht nach noch viel: „Bislang haben nur wenige Leistungsträger investiert. Das wird sich ändern, denn spätestens 2012 dürfte der mobile Service zum Standard jeder Geschäftsreise gehören.“

Bahn: An die Spitze

Mit der kostenlosen Applikation DB Navigator aus dem Apple-Store können Geschäftsreisende Verbindungsdaten und Pünktlichkeitsprognosen in Echtzeit auf ihrem iPhone abrufen. Außer den Reisezeiten werden auch Haltestellen in der Nähe sowie der Weg dorthin angezeigt.

Bereits kurz nach Start des Bahn-App kletterte dieses auf den ersten Platz aller iTunes-Downloads bei Apple. Dort verharrte es zwei Wochen lang, ist mittlerweile in den Top 20. In der Kategorie Reisen ist sie aber nach wie vor führend. Pro Woche laden sich 150.000 Kunden die Applikation herunter.

Über einen Kunstgriff lassen sich auch Fahrkarten per Applikation buchen. Das Kaufen findet eigentlich auf der mobilen Website der Bahn statt, ist aber technisch in den iPhone-App eingegliedert.

Als Nächstes plant die DB ein App auch für das Google-Smartphone Android. Wer mobil buchen will, muss sich allerdings immer zunächst auf einer „normalen“ Internet-Seite registrieren und sich mit einer PIN ausweisen.

Smartphones? Apps? Mobile Websites? Wer Gesprächen unter iPhone-Freaks lauscht, könnte meinen, sie lebten in einer anderen Welt. Und man fragt sich: Muss ich das verstehen? Man sollte. Zumal es recht simpel ist. Derzeit gibt es nur vier verschiedene Tech­niken mobiler Medien. Die Mitteilung über SMS kennt jeder. Über sie oder über E-Mail direkt aufs Handy lassen sich wichtige Kurznachrichten verschicken, zum Beispiel über geänderte Abflugzeiten. Als MMS – Bildnachricht – versenden Fluggesellschaften wie Air Berlin ihre Bordkarten sogar direkt. Und unter einem Smartphone versteht man jedes internetfähige Handy – alle seit 2007 hergestellten Geräte.

Wichtiger dürften in Zukunft die beiden anderen Technologien sein: zum einen die mobilen Websites. Das sind normale Internet-Auftritte, die auf das kleine Handy-Format gebracht sind. Und zum zweiten die Apps, also die Applikationen, die der Elektronikriese Apple 2009 mit seinem iPhone populär gemacht hat. „Apps lassen sich einfach herunterladen“, erklärt Wagner den Unterschied zum traditionellen Internet: „Ihr Vorteil ist, dass sie sich dadurch auch offline nutzen lassen. Zudem sind sie schneller und optisch ansprechender als Web-Seiten.“ Nachteil für Leistungsträger: Während Nutzer per einfachem Klick auf die Website eines Anbieters gelangen, müssen Apps produziert werden – und zwar für jeden Handy-Typ einzeln. „Ein teures Vergnügen“, räumt Wagner ein. Doch zugleich eines, um das angesichts der App-Begeisterung kaum noch eine Airline oder Hotelkette herumkommt.

Nachholbedarf bei Apps Gerade bei den Airlines macht der Mvolu­tion-Chef Nachholbedarf aus. „Ein gelungenes App vermisse ich noch“, sagt er: „Lufthansa bietet zwar eine Applikation, jedoch nur als Link-Sammlung.“ Im Klartext: Direkt buchen lässt sich damit nicht – das gilt auch für die anderen Gesellschaften. Im besten Fall, wie etwa bei Air Canada oder Air New Zea­land, werden Flugpläne angezeigt oder Statusmeldungen wie Pünktlichkeit. Wer mobil buchen will, dem bleibt der Weg übers Internet: Er muss sich mit seinem Handy auf die jeweilige Website einwählen, ist damit aber von einem Netzwerk abhängig. Diese Lösung nutzen mittlerweile mehrere Airlines. Verspätet sich eine Maschine oder will der Reisende seine Buchung bestätigt wissen, senden die Fluglinien ihm einen Link, mit dem er auf die Internet-Seite gelangt, auf der er die Infos nachlesen kann. Ebenso zum Standard gehören bei vielen Gesellschaften das Check-in per Handy, die Buchung sowie An- und Abflug-Hinweise.

Mietwagen: Apps im Angebot

Sowohl Avis als auch Sixt bieten jeweils gleich mehrere Applikationen für Smartphone-Nutzer an. Avis hat Lösungen für iPhone und Palm Pre entwickelt, Sixt für iPhone, Blackberry und das neue Google Android. Beide sind zudem über mobile Websites buchbar, diese Möglichkeit bietet auch der Hamburger Wettbewerber Europcar an. Hertz offeriert eine iPhone-App für den US-amerikanischen Markt.

Neben der Buchung bieten die kostenlosen Anwendungen – beispielsweise bei Avis – zusätzliche Funktionen wie Stations- und Umkreissuchen via GPS und Google Maps. Kunden können außerdem ihre eigenen Daten sowie ihre ausgehandelten Firmenraten in einem individuellen Profil hinterlegen.

Neu ist, dass Avis-Nutzer jetzt „ihren kompletten Reiseplan aufs Handy bekommen können“, sagt Deutschland-Chef Wolfgang Neumann: „Dieser enthält alle Daten zur getätigten Mietwagenreservierung und lässt sich um Hotel- und Fluginfos erweitern.“ Diese Möglichkeit wurde in Zusammenarbeit mit dem Reiseplanportal Travelload.de entwickelt.

 
 
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