Seite 2 von 2
Insbesondere die mobile Bordkarte erweist sich als zunehmend beliebt. So nutzten diese bei Lufthansa 2009 jede Woche gut 35.000 Menschen, 2008 waren es noch 15.000 gewesen. Bei Swiss ließen sich wöchentlich 2000 Reisende den Flugschein aufs Handy schicken, bei Air Berlin 900, wie eine Erhebung des Flugportals www.fluege.de zeigt. Ähnliche Angebote finden sich etwa bei SAS, Air France, Austrian oder Finnair.
Das Prinzip: Nach dem Online-Check-in über die Internet-Seite der Linie – am PC oder mitunter mobil – erhalten Reisende eine SMS oder Mail, die sie wiederum mit dem nötigen Barcode verlinkt. Dieser wird dann auf dem Handy-Display sichtbar und muss beim Einsteigen nur an den Scanner gehalten werden. Vorreiter bei den mobilen Lösungen ist die Bahn. Bereits 2005 machte sie die mobile Platzreservierung möglich, 2008 folgte die Fahrkarte. Bis zehn Minuten vor Abfahrt können Nutzer ihr Ticket aufs Smartphone anfordern. Und über die Touch & Travel-Bahnsteig-Punkte sogar bezahlen. Neu ist die iPhone-Anwendung der Bahn. Über den DB-Navigator lassen sich Abfahrtszeiten und Pünktlichkeitsprognosen abrufen. Die Ticket-Buchung funktioniert – analog zu den Airlines – nur übers mobile Internet, das jedoch via App angewählt werden kann.
Ebenso fortschrittlich ist das Hotelportal HRS. Bieten die Kölner lange schon die Buchung über eine mobile Website, so können Reisende neuerdings auch via App kurzfristig ein Hotel reservieren. Darüber hinaus sind Hotelketten wie Accor, Best Western oder Hilton aktiv. Bei den Mietwagenanbietern sind mit Avis, Sixt und Europcar gleich drei Große mobil buchbar. Avis offeriert darüber hinaus Apps für iPhone und Palm, Sixt für Blackberry, iPhone und Android. Die Umkreissuche via GPS nach Ausleihstationen in der Nähe gehört ebenso zum Standard wie die Hinterlegung ausgehandelter Firmenraten.
Aber auch die Geschäftsreisebüroketten engagieren sich zunehmend mobil. Bereits vor zwei Jahren hat BCD seinen Mobile Travel Companion gestartet, der Reisepläne auf Blackberry, iPhone und Handys sichtbar macht. Gegen eine Jahresgebühr, die sich an der Zahl der Reisen orientiert, gibt es zudem jederzeit Infos zu Flugzeiten, Abflug-Terminals, Ticket Codes, Verspätungen und Hoteladressen. Ein erstes App, über das Reisende via iPhone Flüge umbuchen können, entwickelt Stefan Wagner derzeit für die Lufthansa City Center (LCC). Auch LCC will darüber hinaus einen mobilen Reiseplan anbieten. Das Ende der Fahnenstange ist damit noch lange nicht erreicht. „Es wird künftig rasante Entwicklungen in diesem Segment geben“, prophezeit Wagner und freut sich schon auf den „integrierten weltweiten Haustür-zu-Haustür-Begleiter mit Reiseplan, Echtzeit-Infos, lokalen Hinweisen, Umbuchung und Dialog mit dem Travel Manager“.