Jahresbilanz

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Bahn erwartet Verlust für 2015

Bahnchef Grube ist in einer schwierigen Lage. Er muss mehr investieren, will aber die Schulden nicht weiter nach oben treiben. Und die Bilanz 2015 dürfte ein dickes Minus aufweisen.

15.03.2016, 17:23 Uhr
DB-Vorstandschef Rüdiger Grube legt am Mittwoch Zahlen vor.
Foto: Deutsche Bahn AG

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hat sich am Dienstag mit den nächsten Schritten des Umbaus beschäftigt, den Vorstandschef Rüdiger Grube im vergangenen Jahr begonnen hat. Im Mittelpunkt steht dabei das Projekt „Zukunft Bahn“. Vor allem die Kunden sollen Verbesserungen zu spüren bekommen. So strebt die Bahn an, den Anteil der verspäteten Fernzüge auf 20 Prozent zu drücken.

Das Staatsunternehmen präsentiert an diesem Mittwoch seine Geschäftszahlen für 2015. Dabei muss Grube erstmals in seiner Amtszeit über einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro berichten, wie bereits vorab aus Kreisen des Aufsichtsrats bekannt wurde. Zwar stieg der Umsatz auf mehr als 40 Mrd. Euro. Doch hohe Kosten für den Konzernumbau und die schwächelnde Güterbahn drückten das Ergebnis ins Minus.

Weniger Doppelstrukturen im Konzern sowie kürzere Entscheidungs- und Kommunikationswege sollen in den nächsten fünf Jahren mehr als 700 Mio. Euro einsparen. Die schwächelnde Güterbahn DB Cargo soll saniert werden und von 2018 an wieder wachsen. Dafür könnten dort allerdings zunächst einmal bis zu 2600 Arbeitsplätze wegfallen.

Über einen Teilverkauf von Unternehmenstöchtern war am Dienstag kein Votum geplant, hieß es aus dem Umfeld des Aufsichtsrats. Diese Entscheidung solle erst bei einer der nächsten Sitzungen getroffen werden. Es geht um eine Teilprivatisierung der Auslandsverkehrstochter DB Arriva und der Spedition DB Schenker Logistics. Ziel von Bahnchef Grube ist es, die zuletzt wieder gestiegenen Schulden zu senken, um mehr Spielraum für Investitionen ins Schienennetz und in neue Züge zu haben.

Im Fernverkehr stellte die Bahn 2015 einen Fahrgastrekord auf, wie vorab durchsickerte. Reisende unternahmen 132 Mio. Fahrten mit dem ICE oder Intercity. Das waren 2,9 Millionen oder 2,3 Prozent mehr als 2014, hieß es in Aufsichtsratskreisen. Zum Teil sei dieser Erfolg aber mit einer großen Zahl an Billigtickets für 19 Euro erkauft worden. (dpa)

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