Nachdem das Kartellamt jüngst grünes Licht gegeben hatte, hat Air Berlin nun die angekündigte Beteiligung von Etihad Airways durch Kapitalerhöhung vollzogen.
Damit ist Etihad Airways nun ganz offiziell größter Einzelaktionär von Air Berlin. Die nötige Kapitalerhöhung wurde am Dienstag vollzogen, teilte Air Berlin mit. Die zweitgrößte deutsche Airline gab dazu 31,6 Millionen neue Aktien zum Kurs von 2,31 Euro aus und erhielt 73 Mill. Euro. Etihad hält nun einen Anteil von 29,21 Prozent an der Berliner Fluggesellschaft, vor der Transaktion waren es 2,99 Prozent.
Der Einstieg Etihads ist für Air Berlin ein Befreiungsschlag. Die Berliner steckten in einer Finanzklemme. Mit dem Geld aus Abu Dhabi hat sich die Lage nun entspannt. Teil der Vereinbarung ist, dass die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft bei Etihad in den nächsten fünf Jahren Darlehen bis zu einer Gesamthöhe von umgerechnet 195 Mill. Euro aufnehmen kann. Beide Unternehmen hatten das geplante Geschäft am 19. Dezember bekanntgegeben. Für den Vollzug war aber noch die Genehmigung der deutschen und österreichischen Kartellämter notwendig.
Faktisch hat die Zusammenarbeit bereits vor Dienstag begonnen. Seit Mitte Januar fliegt Air Berlin im Code Sharing mit Etihad von Berlin-Tegel nach Abu Dhabi. Von dort aus verteilen die Araber die Passagiere weiter nach Asien, Australien oder Afrika.
Insgesamt umfasst das Codeshare-Abkommen zwischen den beiden Fluggesellschaften jetzt 24 Flüge im Streckennetz beider Airlines, soll aber sukzessive ausgebaut werden. Seit dem 24. Januar neu ist, das auch Air-Berlin-Flüge von Düsseldorf nach Miami, New York-JFK, Salzburg und Wien sowie die Flüge von Berlin nach Graz, Innsbruck, Salzburg und Wien eine Etihad-Flugnummer tragen. Für Air-Berlin-Flüge von und nach Basel, Catania, Hamburg, Hannover, Helsinki, Kopenhagen, Mailand, Rom, Stuttgart, Venedig sowie Zürich gilt das bereits seit Ende 2011.