KMU-Förderprogramme

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Die Angebote der Hotelketten

Speziell für Mittelständler bieten immer mehr Hotelketten eigene Bindungsprogramme an. Die Konditionen sind jedoch höchst unterschiedlich.

10.02.2017, 09:00 Uhr
Punkt für Punkt: Auch Firmen können Meilen sammeln.

Immer dasselbe Spiel: Vielflieger werden bei den Airlines mit Meilen belohnt, Vielreisende bei den Hotelketten mit Punkten oder Rabatten. Wer oft unterwegs ist und bereit ist, seine Profildaten zu verraten, hat diverse Vorteile und spart Geld. Das jedoch gilt nicht nur für Einzelreisende. Auch Unternehmen können profitieren. Denn inzwischen haben etliche Hotelketten speziell für kleine und mittlere Betriebe, für die es sich meistens nicht lohnt, feste Firmenraten zu verhandeln, spezielle Programme aufgelegt. Der Unterschied zu den klassischen Punktesystemen ist simpel: Nicht (oder nicht ausschließlich) der Reisende selbst erhält den Bonus, sondern die gesamte Firma, die diesen dann für weitere Buchungen einsetzen kann.

Beispiel Best Western: Für sämtliche ihrer 4000 Hotels weltweit und 200 in Deutschland offeriert die Gruppe ihr „Firmenvorteilsprogramm“ für kleine und mittlere Unternehmen ohne Vertragsbindung. Damit können Travel Manager – analog etwa zum Lufthansa-Firmenförderprogramm Partner Plus Benefit – beliebig viele Punkte sammeln und diese dann später entsprechend umsetzen. Der Rabatt, den sie dadurch erzielen, ist allerdings größer als bei den Airlines. „Firmen sichern sich dadurch umgerechnet eine Vergünstigung von bis zu zehn Prozent auf die jeweils beste verfügbare Tagesrate zu“, sagt Marina Christensen, Direktorin Geschäfts- und Gruppenreisen.

Zusätzlich erhalten beim Bonusprogramm Best Western Rewards Travel Manager und Geschäftsreisende bei der Anmeldung jeweils 500 Willkommenspunkte. Bei jeder Übernachtung gibt es die volle Rewards-Punktanzahl für den Reisenden plus zehn Prozent dieser Punkte für den Travel Manager. Dieser erhält ferner Diamond- und der Reisende Gold-Status.

Rabatt auf Tagestarife

Die Accor-Hotels als größte Hotelgruppe Europas haben für Firmen sogar gleich zwei Angebote im Programm: Sie bieten „Away on Business“ kostenlos in ihren 2600 Häusern in 90 Ländern an. Für „Accor Business Plus“ dagegen muss bezahlt werden – dafür gibt es aber auch einige Extras. Von der Luxus- bis zur Economy-Klasse bekommen bei „Away on Business“ Unternehmen bis zu zehn Prozent Rabatt auf den besten Tagestarif ohne Buchungsbedingungen (restriktive Sonderpreise zählen also nicht). Die Rabatte gelten für die Marken Sofitel, M-Gallery, Pullman, Novotel, Novotel Suites und Mercure; lediglich fünf Prozent lässt sich hingegen bei Adagio/Adagio Access, Ibis und Ibis Styles sparen. „Jedes Unternehmen erhält einen Zugangscode, der für jeden Mitarbeiter gültig ist“, sagt Vertriebs- und Marketingchefin Daniela Schade.

Kostenpflichtig ist das „Accor Business Plus“-Programm. Mit diesem Firmenförderkonzept gibt es Rabatte bis zu 20 Prozent, eine monatliche Ausgabenstatistik für alle Karteninhaber, verfügbare Zimmer bei Reservierung bis spätestens drei Tage vor Ankunft sowie Late-Check-out. Für Accor – wie auch für die Wettbewerber – spielt das eigene Programm eine entscheidende Rolle in der Vertriebsstrategie. Lassen sich damit Vielreisende doch von den Drittportalen weg- und zur Direktbuchung hinlocken. Damit sparen die Ketten nicht nur zum Teil hohe Provisionen von bis 20 Prozent an die Portale, sie bekommen zusätzlich wichtige Daten, die sie für ihr Auslastungmanagement nutzen können.

Willkommen im Club

Das Prämienprogramm der Carlson Rezidor Group (Radisson Blu, Radisson Red, Park Inn) heißt kurz und knapp Club Carlson. Mit der im September eingeführten Member-Only-Rate erhalten Firmen hier zehn Prozent auf die günstigste verfügbare Rate aller Hotelmarken. „Wir garantieren außerdem den günstigsten Preis, wenn über unsere eigenen Websites und Apps gebucht wird“, verspricht Markenchef Roger Chacko. Beim Club Carlson kann man sich – je nach den Nächten und Aufenthalten pro Jahr – hocharbeiten, von Red über Silber und Gold zu Concierge.

Auch die Leonardo-Hotels haben speziell für Firmenkunden einen personenunabhängigen Business-Tarif entwickelt. Dabei können die Nutzer fünf bevorzugte Hotels der Kette auswählen, in denen sie zu einer fest vereinbarten Rate buchen. In allen anderen europäischen Häusern erhalten die Firmen 15 Prozent Rabatt. Recht neu ist das Mittelstandsprogramm von Maritim. Dieses bietet gemeinsam mit der Maritim Partner Card zum Beispiel bis zu zwölf Prozent auf alle tagesaktuellen Zimmerpreise, fünf Prozent auf Veranstaltungen ab 25 Personen sowie die Nutzung des DB-Veranstaltungstickets. Die spanische Meliá-Kette schließlich offeriert ein mehrstufiges Business-Travel-Programm mit Rabatten zwischen 7 und 20 Prozent und etlichen weiteren Vorteilen.

Dass sich trotz aller Rabatte die Bonusprogramme für die Hotels noch aus einem weiteren Grund auszahlen, davon ist Berater Michael Toedt überzeugt. Sie seien besser als „allgemeine Rabatte etwa von zehn Prozent auf der eigenen Website, weil sich dann meist das Ranking auf den großen Hotelbuchungsplattformen verschlechtert“, so Toedt. Klar: Diese wollen natürlich selbst die besten Preise, auch wenn die sogenannte verpflichtende Best-preisklausel inzwischen gerichtlich gekippt wurde. Gelten die Rabatte hingegen ausschließlich für Clubmitglieder, umgehen sie dieses Gefahr.

(Text: Sabine Neumann)

Programme zur Firmenförderung bieten auch die Fluglinien:

go.biztravel.de/fifoe

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