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Air Berlins Dallas-Pleite

Rein in die Pantoffeln, raus aus den Pantoffeln: Airlines scheinen ihre Strecken immer unüberlegter zu planen. Und wieder zu streichen. Ein Ärgernis für Kunden, Reisebüros und Flughäfen.

von Oliver Graue, 27.01.2016, 13:08 Uhr
BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue
Foto: fvw

Als die „tolle Lösung“ war das Konzept von Air-Berlin-Chef Stefan Pichler vor noch gar nicht allzu langer Zeit propagiert worden. „Die Optimierung unseres Netzes ist zentraler Baustein der Neuausrichtung von Air Berlin“, hatte Pichler vor etwas mehr als zwei Monaten gesagt: „Mit unserem Langstrecken-Angebot ab Düsseldorf stellen wir uns in diesem wichtigen Segment noch besser auf, um für Geschäftsreisende und Urlauber noch attraktiver zu werden.“

Alles kalter Kaffee. Noch vor ihrem für März geplanten Start wird eine der drei derart angepriesenen US-Routen gleich wieder gestrichen: Für Dallas, so heißt es, habe es zu wenige Buchungen gegeben. Vielversprechender scheinen die Karibik und die Dominikanische Republik zu sein. Statt in Texas sollen die Flieger daher nun dort landen.

Klar, Air Berlin ist nervös – nervöser als manch andere Fluggesellschaft. Deutschlands Nummer zwei muss möglichst schnell in die schwarzen Zahlen kommen und somit verhindern, dass ihre Mutter, die arabische Etihad, die Geduld mit ihrer finanziell angeschlagenen Tochter verliert. Daher muss getan werden, was schnelles Geld verspricht. Die Frage aber ist, ob ein solch kurzfristiges Handeln auf Dauer nicht zu Vertrauensverlust bei Kunden, Reisebüros und Airports führt.

Rein in die Pantoffeln, raus aus den Pantoffeln: Was Air Berlin derzeit macht, wird mehr und mehr symptomatisch für die Branche. Anders als früher hat kaum noch eine Fluggesellschaft längeren Atem, wenn es um den Aufbau einer neuen Strecke geht. Rechnet sich eine solche Verbindung nicht sofort, dann wird sie eben wieder eingestellt. Und sei es noch vor ihrem Start.

Bei Flughafenmanagern hat dieses kurzfristige Handeln längst zu einem dauerhaft erhöhten Adrenalinspiegel geführt. Denn natürlich hängen sie „mit drin“, wenn es am Ende doch nicht klappt. Auch Reisebüros und Endkunden, die Urlaub frühzeitig planen, sind die Verlierer: Sie können sich auf die Streckenankündigungen der Airlines nicht mehr verlassen. Und im Fall von Dallas dürften auch Travel Manager zu den Enttäuschten gehören: Anders als bei den jetzt angekündigten Domrep-Flügen hätte es sich bei Texas um eine Route gehandelt, die auch für Firmenkunden interessant gewesen wäre.

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