Korruptionsverdacht

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Bundesregierung fordert von Airbus Kooperation

Die Bundesregierung erwartet vom Airbus-Konzern Aufklärung zum Korruptionsverdacht. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern hat wegen Korruptionsverdachts Selbstanzeige erstattet.

09.10.2017, 15:53 Uhr

Die laufenden Ermittlungen wollte das Wirtschaftsministerium auf Anfrage zwar nicht kommentieren. Eine Sprecherin sagte aber: „Grundsätzlich gilt immer: Wenn es Vorwürfe gibt, muss ihnen intensiv nachgegangen werden.“ Das sei auch hier nicht anders. Die Bundesregierung erwarte, dass Airbus „vollumfänglich mit den jeweils zuständigen Behörden kooperiert“.

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern hat wegen Korruptionsverdachts Selbstanzeige erstattet. Airbus-Chef Tom Enders hat die Belegschaft wegen der laufenden Untersuchungen bereits vor schwerwiegenden Folgen gewarnt. Konsequenzen seien nicht auszuschließen, insbesondere das Risiko erheblicher Geldstrafen, heißt es in dem Brief, den das französische Internet-Magazin Mediapart veröffentlichte und aus dem auch andere Medien zitierten. Der Verwaltungsrat stehe in der Angelegenheit hinter ihm und Chef-Jurist John Harrison.

Die britische Anti-Korruptionsbehörde geht seit vergangenem Jahr dem Verdacht auf Betrug, Bestechung und Korruption bei Geschäften der zivilen Luftfahrtsparte von Airbus nach. Auch die französische Finanz-Staatsanwaltschaft führt dazu eine Untersuchung. Außerdem untersuchen Ermittler schon länger die Umstände des Verkaufs von Eurofighter-Kampfjets an Österreich. Airbus weist dabei allerdings Vorwürfe zurück.

Unterdessen verhängte die US-Regierung nach Vorwürfen von Boeing über unfaire Subventionen weitere Strafzölle auf Flugzeuge des kanadischen Herstellers Bombardier. Für Mittelstrecken-Maschinen der Baureihe „C Series“ soll ein Ausgleichszoll von 80 Prozent fällig werden, wie das Handelsministerium mitteilte.

Die USA hatten die Bombardier-Flieger bereits in der vergangenen Woche mit Anti-Dumping-Zöllen in Höhe von 220 Prozent belegt und den Konflikt damit eskalieren lassen. Die Anordnungen sind zwar vorläufig, wirken aber schon, weil Zoll- und Grenzschutz angewiesen wurden, Barsicherheiten von Importeuren der Flugzeuge einzutreiben. Ein endgültiger Beschluss des Handelsministeriums soll im Dezember folgen. Bombardier hatte die Strafzölle als „absurd“ bezeichnet. (dpa)

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