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Kurs auf weniger Flugkosten

13.07.2009, 14:00 Uhr

Firmenförderung der Fluggesellschaften

von Martin Jürs

Airline-Programme helfen Kosten zu senken. Es gilt aber einiges zu beachten.

Einsteigen bitte: Airlines locken mittelständische Unternehmen mit speziellen Förderprogrammen.
Foto: iStockphoto

Die Projektentwickler der Modehauskette New Yorker kommen ganz schön rum. Knapp 100 Filialen eröffnet das im niedersächsischen Braunschweig beheimatete Unternehmen jedes Jahr. Die Mehrzahl dieser neuen Läden befindet sich mittlerweile im europäischen Ausland, vor allem in Osteuropa. „Entsprechend groß ist unser Flugaufkommen“, sagt Travel Manager Stefan Hintz. Zumal Trendscouts und Einkäufer auch noch regelmäßig in Mode-Metropolen wie Mailand oder Paris sowie nach Asien fliegen. Damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen und möglichst preisgünstig geflogen wird, setzt Hintz nicht nur auf das „Best-Buy-Prinzip“, sondern auch auf die Firmenförderprogramme der regelmäßig genutzten Fluggesellschaften.

Begehrte Bonuspunkte

Die Zahl der Airlines, die solche Programme speziell für kleine und mittelständische Firmenkunden anbieten, die aufgrund überschaubarer Flugvolumen nicht in den Genuss individueller Firmenraten kommen, steigt ständig. Erst vergangenen Monat hat die ungarische Fluggesellschaft Malev ihr Programm Corporate Saver gestartet. Unternehmen erhalten dabei bereits ab 20 Hin- und Rückflügen im Jahr fünf Prozent Nachlass auch auf reduzierte Tarife. Je nach Buchungsvolumen und gebuchter Klasse können Firmenkunden bis zu 20 Prozent sparen, wirbt die Linie. In speziellen Abkommen lassen sich zudem noch Vorteile wie Upgrades, Lounge-Zutritt oder bevorzugter Checkin firmenindividuell regeln.

Kurz zuvor hatte Etihad ein neues Bonusprogramm für deutsche Mittelständler gestartet. Beim Corporate Loyalty Club sammeln die Unternehmen pro Flug sogenannte Loyalty Points. Bei Erreichen einer bestimmten Punktzahl können diese gegen Freiflüge eingetauscht werden. So gibt es für Flüge nach Abu Dhabi in der Coral Economy Class je einen Loyalty Point. Hat man zehn Punkte zusammen, erhält man einen Freiflug in das Emirat in derselben Flugklasse. Steuern, Gebühren und andere Abgaben muss der Reisende oder seine Firma selbst tragen. Bonuspunkte sammeln die Unternehmen auch bei der Lufthansa. Die Kranich-Linie betreibt mit Partner Plus Benefit (PPB) das größte Förderprogramm hierzulande, das nach der gleichen Systematik funktioniert wie das Kundenbindungsprogramm Miles & More. Einziger Unterschied: Bei PPB profitiert nicht der einzelne Reisende, sondern das Unternehmen.

Ein Programm, neun Airlines

Rund 22.000 Firmen haben sich in Deutschland mittlerweile bei dem Förderprogramm registriert. Weltweit sammeln über 70.000 Unternehmen die sogenannten Benefit-Punkte. Für Return-Flüge innerhalb Deutschlands in der Economy Class erhalten registrierte Unternehmen 500 Punkte. Ein Business-Class-Ticket an die US-Ostküste bringt immerhin 8200 Punkte ein. Damit hat man schon fast einen Freiflug in der Economy Class in Deutschland raus. Den gibt es für 9000 Punkte. Für einen Gratis-Trip an die US-Ostküste in der Business Class muss man dagegen ein paar Punkte mehr auf dem Konto haben: nämlich exakt 119.000. Die Punkte können allein über das Service Center der Lufthansa telefonisch eingelöst werden. Eine Online-Buchung ist, anders als zum Beispiel bei den Business Rewards von Emirates, nicht möglich.

Dafür können die Punkte bei PPB nicht nur bei Lufthansa gesammelt und eingelöst werden. Es beteiligen sich noch acht weitere Airlines an dem Bonusprogramm, darunter Air Canada, Swiss, United. Das mag mit die Popularität des Programms erklären. Zu den Punktesammlern bei PPB gehört auch New Yorker. Stefan Hintz checkt regelmäßig die LH-Mails, mit denen er über den Punktestand informiert wird. Wobei er die Sammelpunkte nur selten für Freiflüge verwendet. „Wir nutzen die Bonuspunkte eher für ein Upgrade oder lassen uns eine Gutschrift auszahlen“, sagt Hintz. Denn auch das ist bei PPB möglich, genauso wie die Umwandlung der Punkte in Sachprämien aus dem Sortiment von Miles & More.

3 Fragen an ...

... Marcus Frank, Lufthansa Key Account Management

Wie viele Unternehmen nehmen am Firmenprogramm Partner Plus Benefit (PPB) der Lufthansa teil?

Allein in Deutschland sind mehr als 22.000 Betriebe dabei. Weltweit sind es über 70.000.

Was macht den Erfolg dieses Programms aus?

Partner Plus Benefit trägt zur Reisekostenoptimierung der Unternehmens bei. Die Flüge aller Mitarbeiter werden mit Punkten belohnt und können variabel für verschiedene Prämien eingetauscht werden.

Bei PPB gibt es Freiflüge, Upgrades, Sachprämien oder Gutschriften. Welche Prämienvarianten sind am beliebtesten?

Flugprämien sind die beliebtesten Einlösungsvarianten, allen voran die Freiflüge.

Auf einen Blick

Jetzt als PDF downloaden:
Airline-Förderprogramme für den Mittelstand

 
 
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