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Von Letzterem hält zumindest Winfried Barczaitis herzlich wenig. Hier sei der Nutzen für die Unternehmen am geringsten, sagt der Unternehmensberater und langjährige Manager von American Express Business Travel. Er hält Freiflüge und Upgrades für die beste Option. Allerdings: „Man muss auch hier sehr sorgfältig prüfen, auf welcher Strecke die Unternehmen den größten geldwerten Vorteil für ihre gesammelten Punkte bekommen.“
Überhaupt sind die Förderprogramme keine Selbstläufer. Wer mit ihrer Hilfe wirklich Flugkosten sparen will, muss sie professionell verwalten. „Es sollte nur einen Ansprechpartner für die Koordination der Programme im gesamten Unternehmen geben“, rät Hans-Jürgen Gutleben, Bereichsleiter bei Derpart Travel Service. Zudem sollten die Bonusprogramme in die Reiserichtlinien aufgenommen werden. Eine enge Abstimmung mit dem Reisebüro-Partner hält er ebenfalls für unumgänglich: „Ein mit dem Reisebüro abgestimmtes Reporting kann den Nutzen sowie die Nutzung von Firmenraten und Förderprogrammen aufzeigen.“
Dass hier Beratung sinnvoll sein kann, zeigen die Vielzahl der Programme und deren unterschiedliche Funktionsweisen. Denn neben dem Punktesystem von Lufthansa, oder Air France/ KLM setzen Fluggesellschaften wie Air Berlin, Air Baltic oder SAS auf rabattierte Tickets. Wobei Firmenkunden bei SAS bereits für den ersten Flug nach einer Registrierung auf vergünstigte Flugscheine zugreifen können. Bei Air Berlin dagegen gibt es ab mindestens 50 One-Way-Tickets einen Nachlass. Dieser muss individuell verhandelt werden und gleicht den Firmenraten anderer Airlines, aber mit schnellerem Zugang. Ähnlich der Ansatz der lettischen Air Baltic: Unternehmen, die ein bestimmtes Ticket-Kontingent im Jahr erwerben, erhalten einen Preisnachlass. Germanwings wiederum verlangt von Unternehmen, die vom Corporate-Flex-Tarif profitieren wollen, einem Mindestumsatz von 15.000 Euro.
Wer sich für ein Firmenförderprogramm entscheidet, sollte sich zudem über die jeweiligen Umbuchungs- oder Stornierungsbedingungen und den mitunter vorgeschriebenen Buchungsweg für Freiflüge oder ermäßigte Flugscheine informieren. Manchmal lassen sich die eigenen Reisemuster gar nicht mit den hier hinterlegten Regelungen vereinbaren. Dann macht auch eine Teilnahme an dem Programm wenig Sinn. Wer wirklich Kosten sparen will, muss ein strategisches Travel Mangement betreiben, sagt Barczaitis: „Nur wenn das Unternehmen klare Vorstellungen entwickelt hat, wie es mit den Investitionen im Bereich Geschäftsreise umgeht, können Förderprogramme zur Optimierung eingesetzt werden.“
Entscheidend dabei ist, dass die Unternehmen in der Lage sind, ihr Flugvolumen auf die Gesellschaften zu steuern, an deren Bonusprogrammen sie teilnehmen. Gelingt das nicht, ist der Einspareffekt äußerst bescheiden. Christian Spangenberg, Leiter des Geschäftsreiseanbieters FCM Travel Solutions in Deutschland, rät daher zu einer aktiven Kommunikation mit den Kollegen: „Stellen Sie die Informationen über die Förderprogramme ins Intranet, und schulen Sie die Ticket-Besteller.“ Allerdings sollten sich die Unternehmen bei der Flugbuchung nicht zu sehr auf Förderprogramme und Bonuspunkte fixieren. „Gerade wenn andere Fluggesellschaften auf derselben Strecke deutlich günstigere Tarife anbieten, sollte man ruhig beim Wettbewerber buchen“, empfiehlt Gerhard Kaminski, Travel Manager bei Vorwerk. Der Wuppertaler Elektrogerätehersteller nimmt an den Förderprogrammen von Air Berlin und Germanwings sowie am Programm Partner Plus Progress der Lufthansa für Unternehmen mit größeren Flugumsätzen teil. Eine automatische Buchung bei diesen bevorzugten Airline-Partnern gibt es bei Vorwerk trotzdem nicht. Es ist in jedem Fall der einzelne Ticketpreis, der über eine Buchung entscheidet, betont Kaminski. Da kann ein Förderprogramm noch so attraktiv sein.