Landeprobleme

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Fütterung in Zeiten des Nebels

Was macht man eigentlich, wenn das Vogelhäuschen in dichtem Dunst liegt und die potentiellen Gäste den Landeanflug nicht wagen? Mit ILS ausrüsten?

von Oliver Graue, 04.11.2015, 15:14 Uhr

Ich gebe es zu: Wir haben unser Restaurant ganzjährig geöffnet. Bis auf den einen oder anderen Urlaubstag natürlich, an dem wir leider nicht für eine Mahlzeit garantieren können. Ansonsten jedoch ist unsere Futterstelle im Garten für hungrige Vögel jederzeit zugänglich.

Längst haben wir auch Stammgäste, die das Häuschen täglich und teilweise sogar zu den immer gleichen Uhrzeiten besuchen. Von den Dompfaffs, die manchmal mit der gesamten Familie kommen, bis zu einigen Großvögeln, die sich beim Landeanflug nicht unbedingt als die Geschicktesten erweisen. Manchmal sind mehrere Versuche nötig, bis sie sicher an der Futterstelle aufgesetzt haben.

Und da beginnen schon die Probleme. Normalerweise ist am späten Abend kaum noch ein Sonnenblumen- oder Erdnusskern übrig, wenn wir für Nachschub sorgen wollen. Anders war das gestern: Kaum etwas schien angerührt. Neues Futter, das nicht schmeckt? Zunehmende Konkurrenz im F&B-Segment (auch die Nachbarn haben ihr Häuschen jetzt wieder aufgestellt)? Beginnender Diätwahn bei Singvögeln?

Nichts von alledem. Das Problem war ein ganz anderes: Nebel! Den ganzen Tag lang lag Hamburg in einer dichten Dunsthaube, so dass man seinen Schnabel vor Augen nicht sehen konnte.

Und welcher Vogel – und sei er noch so hungrig – wagt da schon einen Landeversuch, der aller Wahrscheinlichkeit nicht gelingen würde? Für uns stellt sich nun die Frage, ob sich (neben Flughäfen) auch Futterhäuschen für Nebellandungen umrüsten lassen. Vielleicht mit einem ornithologischen Instrumentenlandesystem OILS? Es muss ja nicht gleich eines der Kategorie CAT III sein – zumal CAT und Vögel sowieso nicht die beste Kombination darstellen würden.

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