Dossier Lebensmittel-Branche (Teil 1)

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Holland und Frankreich liegen vorn

Mit keinem anderem Land pflegt die deutsche Lebensmittel-Branche einen so regen Austausch wie mit den Niederlanden: sowohl im Import als auch im Export.

von Oliver Graue, 17.07.2015, 09:00 Uhr
Während die deutschen Lebensmittelerzeuger noch stark mittelständisch geprägt sind, ist die Konzentration im Handel hoch. Eine große Rolle spielen Export und Import.
Foto: Thinkstock

Mit einem Umsatz von mehr als 170 Mrd. Euro ist die Ernährungsbranche die viertgrößte in Deutschland – nach Auto, Maschinenbau und Chemie. Und obwohl auch hierzulande internationale Riesen wie Nestlé, Vion oder Unilever aktiv sind, hat sich der Industriezweig seine mittelständische Prägung bewahren können. Fast 6000 voneinander unabhängige Betriebe (ab 30 Mitarbeitern) prägen das Bild – jedoch mit klarem Trend zu Fusionen und Übernahmen. Vor allem in den bislang noch mit Abstand vielfältigsten Bereichen – Backwaren und Fleisch – schlägt der Konzentrationshammer zu. Abgeschlagen folgen auf den Plätzen drei bis sieben, was die Zahl der Unternehmen angeht, die Segmente Brauerei, Obst/Gemüse, Milch, Alkohol und Süßwaren.

Äußerst erfolgreich sind die deutschen Lebensmittelerzeuger im Export ihrer Produkte: Über 30 Prozent der Erzeugnisse werden in andere Länder verkauft – nur die USA und die Niederlande schaffen noch mehr. Allerdings sind auch die Importmengen an Nahrungsmitteln und Getränken extrem hoch. Hier steht Holland deutlich an erster Stelle vor Frankreich, Belgien, Italien und Polen.

Geradezu gegensätzlich zur erzeugenden Industrie stellt sich der Lebensmittelhandel dar: Er ist sehr konzentriert. Die acht größten Handelsketten – Nummer eins ist Edeka – vereinen mehr als 85% des Marktes auf sich. Der Wettbewerbsdruck ist immens, und in fast keinem anderen Land der Welt zahlen die Menschen so wenig für Lebensmittel wie in Deutschland. Das liegt auch am frühen Boom der Billigmärkte (Discounter), die sich in jüngster Zeit jedoch zunehmend als Qualitätsalternative zu präsentieren versuchen. Auf der anderen Seite stehen die Service-orientierten Supermärkte, deren Ladenfläche stark angewachsen ist. Dritter und Kleinster im Bunde der etwa 23.500 Lebensmittelläden sind schließlich die Biohändler.

Foto: BizTravel

Holland und Frankreich vorn

Holland, Frankreich, Belgien: Unsere direkten Nachbarn sind zugleich die wichtigsten Lieferländer der deutschen Lebensmittelbranche. Dabei stechen die Niederlande klar heraus: Die Importe an Nahrungsmitteln, die wir von dort beziehen, sind beinah genauso groß wie die der drei Nächstplatzierten zusammen – Frankreich, Belgien und Italien. Was nicht verwundert: Weltweit verfügt Holland über die nach den USA wettbewerbsfähigste Landwirtschaft. Jährlich exportiert der Staat Produkte im Wert von mehr als 80 Mrd. Euro – gut zehn Prozent davon gehen nach Deutschland.

Umgekehrt importiert Holland fast dieselbe Menge an Lebensmitteln aus Deutschland: Mit sieben Milliarden Euro sind die Niederlande Deutschlands Exportmarkt Nummer eins vor Frankreich und Italien (jeweils fünf Milliarden Euro). Deutschland verkauft inzwischen mehr als 30 Prozent seiner Lebensmittel ins Ausland und steht in der Landwirtschaft damit an dritter Stelle nach den USA und Holland. Fleisch, Milchprodukte und Süßwaren sind international besonders beliebt. Nach vorn geschoben hat sich in den letzten Jahren Polen: Unser östlicher Nachbar steht bereits an fünfter Stelle der Lieferländer.

Brasilien und China wichtig

Das wichtigste und meistbereiste außer europäische Land der Lebensmittelbranche ist Brasilien (achter Platz) – vor China (zehnter), den USA (16.), Indonesien (17.) und Argentinien (18.). Innerhalb Europas spielen überdies Österreich, Dänemark, die Schweiz, Großbritannien und Spanien eine Rolle. Für das Land auf der Iberischen Halbinsel sind diese Exporte von großer Bedeutung: Nur der Umsatz der nach Deutschland exportierten Autos ist noch höher als derjenige der Nahrungsmittel.

Spanien ist zudem wichtiges MICE-Ziel der Branche. Neben Amsterdam stellen wir daher Barcelona vor, den Flughafen Madrid als Drehscheibe und geben einen Überblick über die Flugrouten nach Südamerika. Dieses gehört zwar nicht zu den größten, aber zu den wachstumsstärksten Märkten der Lebensmittelbranche.

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