Dossier Lebensmittel-Branche (Teil 2)

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Travel Management bei Unilever

Service und Einkauf arbeiten im Travel Management des Konzerns eng zusammen. 36.000 Mitarbeiter reisen regelmäßig.

von Oliver Graue, 17.07.2015, 09:00 Uhr
Die deutsche Unilever ist in Hamburg beheimatet.
Foto: imago/Westend61

Sein Travel Management hat Unilever, einer der weltweit größten Hersteller von Verbrauchsgütern (etwa Rama, Langnese, Pfanni), ein wenig zweigeteilt: Der Service-Part ist in den sogenannten „Global Business Services“ angesiedelt – „als Teil unserer Workplace-Familie, in der auch Facility Management, Real Estate und Agile Working zu Hause sind“, erklärt Yvonne Moya, die als Global Travel Services Director das Reiseteam des britisch-niederländischen Konzerns leitet. Unterstützt wird dieses durch den globalen Reiseeinkauf, der sich beispielsweise um Ausschreibungen kümmert.

Zwölfköpfiges Service-Team

Klare Trennlinien will Moya dennoch nicht ziehen: „Wir arbeiten als ein Team zusammen“, sagt sie: „Denn Einkauf ist mehr als nur Ausschreibungen zu managen, und umgekehrt ist Service mehr als nur die Zufriedenheit der Reisenden sicherzustellen.“ Ihr Service-Team, das auch MICE, Flotte und Mobilität umfasst, sieht die Travel-Chefin als eine Art Exekutive der Personalabteilung: „Wir schlagen fast alle Änderungen in der Reiserichtlinie vor“, sagt sie. Insgesamt arbeiten in ihrer Travel-Mannschaft zwölf Beschäftigte, hinzu kommen drei Einkäufer.

Nicht wenig – allerdings auch nötig für ein Unternehmen in der Größe von Unilever. Gut 88.000 Reisendenprofile gilt es zu pflegen, etwa 36.000 Mitarbeiter sind regelmäßig unterwegs. Der Geschäftsreise-Etat bewegt sich jährlich in einer dreistelligen Millionenhöhe. Unilever betreibt seit 15 Jahren Travel Management – in der beschriebenen Form allerdings erst seit gut fünf Jahren. Und vor drei Jahren schließlich wurde das globale Programm gestartet: „Dazu gehören ein einziger Reisebüro-Partner, globale Verträge mit Leistungsträgern und ein führen des Online-Buchungssystem“, so Yvonne Moya: „Zwar haben wir auch lokale Verträge, aber als Travel-Service haben wir einen entsprechenden Überblick.“ 90 Länder sind in das Konzept einbezogen; beim Online-System sind es 35. Eingesetzt werden bei Unilever auch Firmenkreditkarten, sowohl als Reisestellen wie auch als individuelle Karten. Raten werden direkt mit den Airlines und Hotels ausgehandelt.

Business Class auf Kurzstrecke ist zwar tabu – grundsätzlich „ist unsere Reiserichtlinie aber sehr freundlich, was die Klassenwahl angeht“, sagt Yvonne Moya. Klassische Punkt-zu-Punkt-Flüge müssen die Reisenden online buchen, es gilt eine Vorausbuchungsfrist von mindestens 14 Tagen. Grundsätzlich „kann und soll jeder Reisende selbst buchen“, so die ausgebildete Reiseverkehrskauffrau, „aber wir haben auch Sekretariate, die dies für einzelne Teams oder Kollegen übernehmen“. Auch Hotels werden über das Online-System reserviert; ein separates System gibt es für Ground Transportation, also Mobilität auf Schiene und Straße.

Sicher, schnell und günstig

Moya, die 2001 von der Reisebüro auf die Unternehmensseite wechselte, sieht das Travel Management sich derzeit von einer operativen zu einer beratenden Funktion entwickeln. „Mehr Strategie, mehr Planung, mehr Rücksicht auf die Ziele des Unternehmens“ stünden dabei im Fokus: „Es geht nicht mehr nur darum, Kollegen von A nach B zu bringen, sondern darum, dies sicher, schnell und günstig zu tun – und im Rahmen der Unternehmensziele.“ Sie sehe sich inzwischen eher als „Dirigent, als Anlaufstelle für mein Team, für das Management und natürlich auch für die Anbieter“. Mehr denn je in den Vordergrund rückten Themen wie die Sharing Economy, Social Media, die Präferenzen und Erwartungen der Reisenden, „um dann ein gutes Programm auf die Beine zu stellen“.

Konsumgüter-Gigant

Kernzellen von Unilever waren zwei am Niederrhein in Kleve und Goch gegründete Margarine-Fabriken (Margarine Unie) sowie die englische Seifenfabrik Lever. Heute ist der niederländisch-britische Konzern einer der weltweit größten Hersteller von Verbrauchsgütern, etwa in den Segmenten Nahrungsmittel, Kosmetik, Körperpflege, Haushalt und Textilpflege. Sitz ist Rotterdam und London; die deutsche Unilever ist in Hamburg beheimatet.

174.000 Mitarbeiter sind in mehr als 100 Ländern für Unilever tätig, davon 5000 in Deutschland. Produktionsorte sind etwa Kleve (Rama), Mannheim (Dove), Ansbach (Du darfst), Heppenheim (Langnese), Wittenberg (Lätta, Becel, Rama, Sanella) und Stavenhagen (Pfanni).

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