Lübeck

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Airport vor dem Absturz

Vor einem Jahr feierten die Lübecker den Ägypter Mohamad Rady Amar als Retter ihres Flughafens. Nun ist er abgetaucht, Rechnungen stehen offen.

22.04.2014, 10:00 Uhr
Beschäftigte ohne Gehalt, Stadt ohne Pacht: Der Käufer hatte sich wohl übernommen.
Foto: Flughafen Lübeck

Das berichten die Lübecker Nachrichten. Ihnen zufolge stehen die Zeichen am Airport Blankensee erneut auf Sturm: Wurde vor genau einem Jahr der Investor Mohamad Rady Amar als großer Retter Flughafens gefeiert, geht bei den Mitarbeitern nun wieder die Angst um. Amar ist offenbar abgetaucht und hat seine Geschäftsführer-Jobs bei seiner Yasmina Flughafenmanagement GmbH und bei der Mutter 3-Y-Logistic aufgegeben, ohne Rechnungen zu bezahlen. Da kurzfristig nun auch ein Gerichtstermin gecancelt wurde, bei dem es um den geplanten Ausbau des Flughafens geht, droht manchen Beobachtern zufolge jetzt das endgültige Aus für Blankensee.

Der Ägypter hatte den Mitarbeitern bei der Übernahme des Flughafens vor einem Jahr Großes versprochen: Er versprach, Lübeck kräftig auszubauen und sogar eine eigene Fluggesellschaft zu gründen. Mit dieser wollte er mehrere Städte innerhalb und außerhalb Deutschlands anfliegen. Nun ist Amar abgetaucht, als Geschäftsführer wird der Berliner Unternehmer Adam Wagner genannt – doch weder die Flughafen-Beschäftigten noch die Lübecker Politik scheinen Genaueres zu wissen.

SPD-Bürgermeister Bernd Saxe hatte Amar damals ausdrücklich als seriösen Investor empfohlen. „Lieber Dr. Amar, Sie sind ein echter Glücksfall“, kommentierte Flughafendirektor Jürgen Friedel. Der Investor hatte den Flughafen für den Symbolpreis von nur 1 Euro bekommen, weil er versprach, bis 2018 mehr als 20 Mill. Euro investieren zu wollen. Inzwischen wird der Käufer als „nicht kreditwürdig“ eingeschätzt, Rechnungen stehen offenbar offen. Lübeck wartet bereits seit September 2013 auf Pachtzahlungen, und die Mitarbeiter erhielten für April kein Gehalt mehr.

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