Lufthansa City Center

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„Global ist ein Muss“

Die Lufthansa City Center bauen ihre internationalen Partnerschaften aus. Grund: Auch deutsche Mittelständler verlangen heute internationalen Service.

von Oliver Graue, 30.11.2016, 09:00 Uhr
Oliver Graue im Gespräch mit Klaus Henschel (rechts) und Dominic Adametz, Lufthansa City Center.
Foto: Lenthe/touristik-foto.de

Für die Lufthansa City Center (LCC) ist es ein wichtiger Schritt nach vorn: Der mittelständisch geprägte Reiseanbieter arbeitet derzeit an Expansionsplänen für Nordamerika – die von deutschen Geschäftsreisendem am stärksten frequentierteste Destination und daher auch ein wichtiger Markt für LCC. Aber auch sonst nimmt das Thema Globalisierung einen immer breiteren Raum bei der Reisebürokette ein. BizTravel hat mit Klaus Henschel (Geschäftsführer) und Dominic Adametz (Bereichsleiters Corporate Travel) über die Pläne der Lufthansa City Center und über die Globalisierung des Travel Management gesprochen.

Herr Henschel, Herr Adametz, Sie verfügen in den USA bereits über einen Franchise-Nehmer. Warum planen Sie nun ausgerechnet dort eine weitere Expansion?

Henschel: Das Euro Lloyd Lufthansa City Center in New York ist und bleibt für uns ein wichtiger Partner. Über zusätzliche strategische Partnerschaften möchten wir jedoch den nordamerikanischen Markt möglichst komplett abbilden können. Bereits jetzt arbeiten wir in den USA mit Partnern eng zusammen, wenn es ums globale Firmengeschäft geht. Das wollen wir in Zukunft deutlich ausbauen.

Warum sind derartige strategische Partnerschaften so wichtig?

Adametz: Zum einen, weil wir Partner benötigen, die selbst über große Netzwerke in ihrem Land verfügen und daher in möglichst vielen Regionen ihre Dienstleistung anbieten können. Zum anderen ist es auch für uns als mittelständische Kette mit größtenteils mittelständischen Kunden inzwischen ein Muss, international anbieten zu können. Selbst deutsche KMU auf dem flachen Land, für die das Thema lange Zeit keine oder nur eine geringe Rolle gespielt hat, reisen heute ganz selbstverständlich nach Boston, Schanghai oder Rio und wollen daher global betreut werden.

Ihre Wettbewerber, die großen Ketten also, arbeiten lange schon global ...

Henschel: Unser Konzept unterscheidet sich von dem der großen Ketten, denn wir gehen bewusst nicht den Weg der Call-Center-Lösung. Bei unseren Kunden stellen wir fest, dass diese das Reisebüro vor Ort schätzen und einem solchen immer den Vorzug geben vor einem Call Center. Daher ist es für uns wesentlich, dass auch unsere internationalen Partner derart mittelständisch und stationär strukturiert sind.

Dennoch haben sie auf einen strategischen Partner nicht den Zugriff, wie ihn globale Ketten auf ihre Länderbüros haben. Wie können Sie den Kunden weltweit einheitliche Produkte und Services garantieren?

Adametz: Andersherum gefragt: Welchen Sinn hat es für Unternehmen, weltweit einheitliche Produkte einzusetzen? Egal, ob bei Onlinebuchung oder Reisekostensoftware: Der beste Anbieter auf dem einem Kontinent ist nicht immer der beste auf dem anderen. Warum also sollte man sich auf ein einziges Produkt konzentrieren und Qualitätseinbußen hinnehmen? Viel wichtiger ist es, die Daten weltweit zusammenzuführen, und das kann auch ein strategischer Verbund. Mit LCC kann sich der Kunde für das aus seiner Sicht beste Servicekonzept entscheiden, egal ob dezentral oder zentral.

Das Thema Globalisierung ist nicht neu. Hat nicht längst jedes Unternehmen globalisiert?

Adametz: Die Konzerne ja – nun aber erreicht das Thema den Mittelstand. Dabei stellen wir zwei Tendenzen fest: Zum einen internationalisieren auch kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland und fordern daher konsolidierte Daten. Und zum anderen gibt es Unternehmen, die bislang in den verschiedenen Ländern auch verschieden betreut werden, nun aber ihre Daten zusammenführen wollen.

Unterscheidet sich der heutige Weg der Globalisierung von früheren Wegen?

Henschel: Es geht nicht mehr um eine radikale Globalisierierung mit einer einzigen Richtlinie und einem einzigen Reisebüropartner weltweit. Statt von Globalisierung wird auch eher von Internationalisierung gesprochen. Oft definieren die Unternehmen zwar einen international gültigen Service-Standard, die Umsetzung erfolgt jedoch den jeweiligen Landesgesellschaften und ihrer Kultur angepasst und mit unterschiedlichen Technologien.

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