Lufthansa-Konzern

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Noch höherer Verlust bei Eurowings

Der Lufthansa-Konzern hat trotz harten Wettbwerbs und der Pilotenstreiks ein gutes Ergebnis für 2016 ausgewiesen, so Konzernchef Carsten Spohr. Bei der expandierenden Eurowings sorgten Anlaufkosten für einen Verlust von 91 Mio. Euro.

von Georg Jegminat, 16.03.2017, 08:06 Uhr
Lufthansa-Chef Carsten Spohr liefert für 2016 eine solides Ergebnis ab.
Foto: Lufthansa

Die Passagierfluggesellschaften im Lufthansa-Konzern haben im Jahr 2016 erfolgreich gearbeitet. Sowohl die Lufthansa Passage als auch Swiss und Austrian weisen Gewinne aus. Lediglich Eurowings hat das Konzernergebnis mit minus 91 Mio. Euro belastet. Sie baute ihre Basis in Wien auf und hat ihren Langstreckenverkehr deutlich ausgeweitet.

„Die Lufthasna Group bleibt auf Erfolgskurs. Wir stehen heute wiederum ein Stück besser da als noch vor einem Jahr“, kommentiert Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa AG in einer Pressemitteilung. Für 2017 erwartet er, dass die Kosten im Airline-Bereich stärker sinken als die Treibstoffkosten steigen werden. Beim erwarteten Gewinn ist er jedoch zurückhaltender.

Streikkosten für 2016 bei 100 Mio. Euro

Lufthansa hat 2016 Umsatzerlöse in Höhe von 31,7 Mrd. Euro (minus 1,2 Prozent) erzielt. Davon waren 24,7 Mrd. Euro Verkehrserlöse (minus 3,3 Prozent). Der Konzern hat drei Säulen, die Hub-Verkehre, die Punkt-zu-Punkt-Verkehre der Eurowings-Airlines und die Service-Gesellschaften wie die Catering-Tochter LSG und die Wartungsbetriebe der Lufthansa Technik. Der bereinigte Betriebsgewinn (adjusted Ebit) sank um 3,6 Prozent auf 1752 Mio. Euro. Allerdings hat Lufthansa etwa 100 Mio. Euro an Streikkosten herausgerechnet. Das Konzernergebnis ist leicht auf 1776 Mio. Euro gestiegen. Das Unternehmen hat also trotz vieler Herausforderungen solide abgeschnitten.

Die Ticketerlöse stehen erheblich unter Druck

Die gedämpfte Erwartung von Spohr, der am heutigen Donnerstag mit Finanzvorstand Ulrik Svensson in München die Bilanz für 2016 vorstellen wird, dürften in dem Druck auf die Ticketerlöse liegen. Schon 2015 waren die Erlöse um etwa vier Prozent gesunken. 2016 lag das Minus bei den Erlösen pro angebotenem Sitzplatzkilomter (RASK) bei 5,8 Prozent. Eine Trendumkehr ist im Markt derzeit nicht erkennbar. Spohr muss folglich weiter an der Kostenschraube drehen. Mit dem aktuellen Tarifabschluss mit den Piloten ist schon eine erhebliche Entlastung geschaffen.

Die gesunkenen Ticketpreise sind in den Gesamterlösen der Fluggesellschaften deutlich abzulesen. So kam die Lufthansa (anteilig eingeschlossen: Sun Express und Brussels) auf 15,4 Mrd. Euro Erlöse, 657 Mio. Euro weniger als im Jahr zuvor. Bei der Swiss ging es um 71 Mio. Euro auf 4,47 Mrd. Euro runter. Austrian legte jedoch zu um 51 Mio. auf 2,2 Mrd. Euro und bei Eurowings stiegen die Erlöse um 151 Mio. auf knapp 3,1 Mrd. Euro. Lufthansa hat den bereinigten Betriebsgewinn um 254 Mio. Euro auf 1135 Mio. Euro ausweiten können, ebenso die Austrian um 6,0 Mio. auf 58 Mio. Euro. Bei der Swiss sank das Ergebnis leicht um 15 Mio. auf 414 Mio. Euro. Eurowings weist ein Minus von 91 Mio. Euro aus.

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