Lufthansa-Streik

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„Sturmlauf“ auf Geschäftsreise-Ketten

Der Streik der Lufthansa-Piloten trifft Hunderttausende von Passagieren. Darunter auch viele Geschäftsreisende. Das bekommen vor allem die Geschäftsreise-Ketten zu spüren.

von Martin Jürs, 02.04.2014, 08:52 Uhr
Geschäftsreisende die dieser Tage mit Lufthansa fliegen wollen, müssen Geduld mitbringen.
Foto: Thinkstock

In den Business Travel Centern der Geschäftsreise-Ketten herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb. Denn der heute früh gestartete Streik der Lufthansa-Piloten beschert den Dienstleistern jede Menge Mehrarbeit. Allein bei FCM Travel Solutions hat sich das Anrufaufkommen seit der Streikankündigung mehr als verdoppelt. Florian Storp, Geschäftsführer von Geschäftsreise-Anbieter Egencia, spricht mittlerweile von einem „telefonischen Sturmlauf“ der Kunden. Kein Wunder, schließlich sind von dem Ausstand und der fast völligen Einstellung des Flugbetriebes der Lufthansa mehr als 400.000 Passagiere betroffen, darunter ein Großteil Geschäftsreisende.

Für die Geschäftsreise-Anbieter gilt es nun, Business Traveller wo möglich auf andere, nicht vom Streik betroffene Fluggesellschaften umzubuchen oder – insbesondere bei innerdeutschen Dienstreisen – auf alternative Verkehrsmittel wie Bahn oder Mietwagen umzuleiten. In Einzelfällen würden Geschäftsreisende sogar in Fernbusse umsteigen, heißt es bei FCM Travel Solutions. Auch werden Reisen abgesagt und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Doch das sind nach übereinstimmender Aussage zahlreicher Geschäftsreise-Anbieter bislang eher Einzelfälle.

Völlig unvorbereitet trifft der Streik die Dienstleister aber nicht. Schließlich hatte die Vereinigung Cockpit (VC) den noch bis Freitag dauernden Streik schon Ende vergangener Woche angekündigt. So konnten die Geschäftsreise-Ketten frühzeitig mit betroffenen Kunden Kontakt aufnehmen und nach Reisealternativen suchen. „Zur Unterstützung unserer Kunden haben wir unser Team im 24-Stunden-Service bereits seit Anfang der Woche personell aufgestockt, um auch außerhalb unserer Geschäftszeiten auf akute Anfragen reagieren zu können“, sagt René Zymni, Verkaufs-Chef Zentraleuropa bei BCD Travel. So könne man die Wartezeiten am Telefon trotz eines erhöhten Anrufaufkommens für die Reisenden möglichst kurz halten.

Die anderen Geschäftsreise-Anbieter reagieren ähnlich wie der hiesige Marktführer. Bei CWT wurden die Kapazitäten außerhalb der normalen Öffnungszeiten aufgestockt. Auch bei FCM Travel Solutions werden Sonderschichten gefahren. Bei American Express Business Travel gilt für die Streiktage gar ein Urlaubsverbot, die Teams in den Business Travel Centern werden aufgestockt und Überstunden gemacht.

Angesichts der Mehrarbeit, die der VC-Streik in den Geschäftsreisebüros verursacht, kritisiert Stefan Vorndran, Zentraleuropa-Chef von BCD Travel und Vorsitzender des DRV-Ausschusses Business Travel, den Piloten-Ausstand heftig. Zumal die Dienstleister die dadurch entstehenden Mehrkosten von niemanden erstattet bekämen. „Streiks sollten nicht auf dem Rücken unbeteiligter Dritter ausgetragen werden“, fordert Vorndran. Der dreitägige Ausstand sei völlig überzogen und ohne jegliches Maß. Unternehmen könnten aufgrund der andauernden Streiks ihre Geschäftsreisen nicht wie geplant durchführen – und teilweise auch nicht nachholen. Dadurch gehen ihnen Geschäftsabschlüsse verloren und wichtige Meetings können nicht stattfinden – ein wirtschaftlicher Schaden in Millionenhöhe.

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