Lufthansa

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Verkaufsknick durch GDS-Zuschlag?

Der im September 2015 eingeführte GDS-Zuschlag kostet die Lufthansa Marktanteile. Davon ist zumindest die britische Vereinigung der Geschäftsreisebüros, GTMC, überzeugt. Die Airline sieht das anders.

04.02.2016, 17:14 Uhr
Bei Lufthansa sind die Jets trotz der Sondergebühr DCC weiterhin gut gefüllt.
Foto: FoxyOrange/Wikimedia CC-BY-SA-3.0

Seit September verlangt die Lufthansa bei Buchungen über die klassischen Reservierungssysteme einen Aufschlag von 16 Euro. Folgt man einer aktuellen Auswertung von Buchungsdaten der in der britischen Guild of Travel Management Companies (GTMC) organisierten Geschäftsreisebüros, dann hat diese Distribution Cost Charge (DCC) zumindest in Großbritannien zu kräftigen Marktanteilsverlusten für den Kranich-Carrier geführt. Das berichtet der Newsletter BBT.

Laut GTMC-Zahlen betrug der Marktanteil der Lufthansa bei Flugbuchungen von Großbritannien nach Deutschland bei den eigenen Mitgliedern im Juni 2015 fast 33 Prozent. Im November lag er nur noch bei 24,4 Prozent. Andere Carrier hätten ihre Marktanteile dagegen halten oder sogar ausbauen können. Für die Analyse hatte der Verband rund 12.000 Flugbuchungen von Firmenkunden seiner Mitglieder ausgewertet.

Für GTMC-Chef Paul Wait ist dies ein klarer Beleg für die abschreckende Wirkung der neuen Gebühr: Geschäftsreisende hätten eben nicht wie von Lufthansa gehofft online gebucht, sie hätten vielmehr mit den Füßen abgestimmt und dem Carrier den Rücken gekehrt.

Die GTMC vertritt die Interessen zahlreicher nationaler und internationaler Geschäftsreise-Anbieter in Großbritanninen, darunter internationale Schwergewichte wie American Express Global Business Travel, BCD Travel, CWT und HRG. Die Verbandsmitglieder vereinen rund 80 Prozent des organisierten Geschäftsreise-Volumens auf den britischen Inseln.

Die Lufthansa lassen solche Zahlen zumindest offizell ungerührt. Man habe bei der allgemeinen Buchungsentwicklung „keine Rückgänge aufgrund der Einführung der DCC zu verzeichnen“, heißt es auf eine aktuelle Anfrage der fvw. Ein Wegsteuern sei nicht zu erkennen. Vielmehr habe man seit September je nach Markt häufiger ein Ticket über den eigenen Online-Vertrieb absetzen können als zuvor. Allein in Deutschland habe sich der Anteil der verkauften Tickets über LH.com im Vorjahresvergleich um durchschnittlich rund sechs Prozentpunkte auf 37 Prozent erhöht, teilt die Airline mit. (MAJ)

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