Lufthansa/Eurowings (Update)

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Spohr übt Druck auf Düsseldorf Airport aus

Lufthansa-Chef Carsten Spohr beansprucht in Düsseldorf für Eurowings den Homecarrier-Status, den bisher Air Berlin inne hatte. Spohr verbindet damit eine ganze Reihe an Forderungen.

von Georg Jegminat, 12.10.2017, 08:48 Uhr
Eine Mitgestaltung wie schon am Münchener Flughafen fordert Lufthansa-Boss Carsten Spohr auch für Düsseldorf Airport.
Foto: Lufthansa

Die Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe werden nach der Übernahme von Teilen des Air-Berlin-Geschäfts auf dem Flughafen Düsseldorf deutlich mehr als 50 Prozent Marktanteil haben. Vor allem Eurowings wird dort wachsen auf Europa- und Fernstrecken. „Wir freuen uns auf unsere neue Rolle als Heimat-Carrier in DUS. Aber wir müssen auch feststellen: Die Performance in diesen Monaten ist alles andere als zufriedenstellend. Das sieht auch der Flughafen selbst so“, sagte Spohr der „Rheinischen Post“.

Spohr bemängelt explizit die „extrem langen Wartezeiten beispielsweise an den Sicherheitskontrollen“ und ein „Gepäckchaos“. Wie schon gegenüber dem Flughafen Frankfurt lobt der Lufthansa-Chef die operative und kommerzielle Systempartnerschaft mit dem Münchner Airport. Dort laufe es exzellent. In Düsseldorf stehe Lufthansa erst am Anfang der Gespräche über eine engere Zusammenarbeit. „Tatsache ist, dass wir den halben Flughafen künftig für uns nutzen – also möchten wir auch mitgestalten.“

Spohr moniert unpünktlichen Flugbetrieb

In Bezug auf die Start- und Landekapazitäten des Flughafens befürwortet Lufthansa eine höhere betriebliche Flexibilität. Entsprechende Anträge hat das Flughafen-Management bereits gestellt. „Aber eine allgemeine Kapazitätserweiterung wäre im Moment noch zu früh: Es gelingt ja nicht einmal, den jetzigen Verkehr pünktlich abzuwickeln“, sagt Spohr.

Die Flughäfen Düsseldorf und Berlin-Tegel werden in den nächsten Monaten im Fokus der Diskussion über den Wettbewerb im Luftverkehr stehen. Denn auf beiden Airports sind Start- und Landezeiten Mangelware. Nachdem sich die Lufthansa-Gruppe große Teile des Geschäfts greift, muss die EU-Kommission Wege finden, bestimmte Einzelmärkte, also Städteverbindungen, für Wettbewerber der Lufthansa-Gruppe offen zu halten.

Düsseldorfs Flugangebot wieder aufgefüllt

Düsseldorfs Flughafenchef Thomas Schnalke freut sich, dass viele Lücken im Flugangebot, die Air Berlin hinterlässt, von der Lufthansa-Tochter Eurowings wieder geschlossen werden: „Die quasi nahtlose Übernahme von Strecken ist Beleg für die Stärke unserer Region. Dies zeigt uns auch die Anmeldung der Slots für den Sommer 2018.“

Schnalke geht auch auf die Kritik von Spohr am Flugbetrieb ein. „Wir werden in den kommenden Monaten im Rahmen unserer regelmäßigen Gespräche auch mit der Lufthansa über die langfristige Ausgestaltung unserer Kooperation sprechen. Bei der besseren Gestaltung operativer Prozesse und der Optimierung der Pünktlichkeit kann die Airline einen sehr wichtigen Beitrag leisten.“ Dieses Angebot klingt nicht nach eine exklusiven Partnerschaft nach dem Müncher Vorbild.

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