Luftverkehr in Kanada

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Staat geht gegen Überbuchungen vor

Der kanadische Staat will den Rauswurf von Passagieren aus Linienflugzeugen verbieten lassen. Der Verkehrsminister Marc Garneau legte einen entsprechenden Gesetzesentwurf vor.

18.05.2017, 14:39 Uhr

Der gewaltsame Rausschmiss eines Passagiers aus einer Maschine der United Airlines in Chicago, führt nun wohl zu ersten staatlichen Konsequenzen – allerdings nicht in den USA sondern in Kanada. Mit Verweis auf den vielfach kritisierten Vorfall sagte laut Spiegel online Kanadas Verkehrsminister Marc Garneau, dass so etwas in seinem Land nicht toleriert würde.

Entsprechend sollten Kanadas Bürger künftig davor geschützt werden, gegen ihren Willen auf einem bereits bezahlten Flug nicht mitgenommen zu werden. Gesetzlich geregelt werden soll zudem, dass Passagiere, die nicht mitgenommen werden könnten, entsprechend finanziell entschädigt würden. Stimmt das Parlament in Ottawa dem Gesetzesentwurf bald zu, so könnte das Gesetz zum Jahresbeginn 2018 in Kraft treten.

Das bei Airlines gängige Überbuchen von Flügen, weil erfahrungsgemäß Reisende mit voll flexiblen Tickets aber auch Normalzahler nicht zum Abflug erscheinen, wird außerhalb der Branche häufig kritisiert. In der wettbewerbsintensiven Luftfahrt kann sich allerdings keine Fluggesellschaft leisten, leere Sitze durch die Gegend zu gondeln, nur weil Passagiere ihre Pläne ändern oder ihnen etwas dazwischen kommt.

Immerhin hatte im Nachhinein United Airlines die eigene Geschäftspolitik modifiziert. Demnach wird Fluggästen, die nicht mitgenommen werden können, obwohl sie über ein bezahltes Ticket verfügen, nun bis zu 10.000 US-Dollar (mehr als 9100 Euro) als Kompensation angeboten. (LS)

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