Eine sanfte grüne Landschaft prägt die westirische Region Shannon. Mächtige Burgen, Schlosshotels und Incentive-Möglichkeiten vom Lachsfang bis zum Golf machen sie zum Mekka für MICE.
Transatlantik-Fliegern verdankt das irische Städtchen Shannon seine Bekanntheit. Oder besser gesagt: ihrer Unvollkommenheit. Weil noch bis in die 60er die Reichweite vieler Flugzeuge eher gering war, mussten sie für den Flug von Amerika nach Europa die kürzeste Verbindung nutzen. Und die endete nun mal im äußersten Westen Irlands – in Shannon. Amerikaner, die auf die Insel wollten, mussten sogar noch bis in die 90er-Jahre in Shannon landen: Es war gesetzlich so vorgeschrieben.
Heute ist es Tradition. Nach wie vor landen Jets aus New York oder Boston nahe der einzigen Ortschaft Irlands, die erst nach 1945 entstanden ist. Für Kontinental-Europäer allerdings ist Shannon vor allem eines: das Tor zu einer der schönsten Regionen der Insel. Und ein Geheimtipp für Veranstaltungsplaner. Grün, grün und nochmal grün: In unzähligen Schattierungen dieser Farbe präsentieren sich Wiesen, Wälder und Büsche. Farbtupfer bilden blühende Fuchsienhecken und Rhododendronsträucher: Die Grafschaften Clare und Limerick, die zur Region Shannon zählen, sind von einer stillen Schönheit. Und inmitten dieser sanften, hügeligen Landschaft tauchen dann plötzlich Türme, Schlösser oder mächtige Burgen auf.
Zu den eindrucksvollsten zählt Bunratty Castle. Im Jahre 1425 errichtet, ist es heute die am besten erhaltene Burg Irlands. Wer will, kann sich auf Bunratty mal eben 700 Jahre zurückversetzen lassen: Jeden Abend laden die Schlossherren zu mittelalterlichen Gelagen im prächtigen Festsaal ein – samt Butler, Burgdamen, Musik, Gesang und reichlich Wein. Für Unternehmen, die im nahe gelegenen Limerick oder im luxuriösen Schlosshotel Dromoland Castle ein Meeting abhalten, gilt das Gelage als beliebtes Incentive. Und Höhepunkt einer Shannon-Mice-Tour.
Unbedingt sollte man das vor der Burg gelegene Freilichtmuseum besuchen. Bauernhäuser sowie eine komplette Dorfstraße mit Schule, Arztpraxis und Apotheke: Im Bunratty Folk Park ersteht das Irland des 19. Jahrhunderts auf. Ein Land, das unter rabiater britischer Besatzung zu leiden hatte – und das dennoch voller Lebensfreude steckte.
Als naturnahes Incentive bietet sich Lachs-, Aal- und Forellenangeln an. Die Atlantikküste ist lang, Seen gibt es reichlich, und etliche Flüsse durchziehen das Land. Vor allem der Shannon selbst gilt als gutes Lachsrevier. Und wen es nicht ans Wasser zieht, der kann sich auf einem der Golfplätze beweisen.
Zu den wichtigen Attraktionen der Region gehören die Klippen von Moher. Das beste Panorama hat man von ihrem höchsten Punkt, 230 Meter über dem Atlantik. Bei klarem Wetter sind die kleinen Aran-Inseln zu sehen sowie die Täler und Höhen von Connemara. Der Abstecher lohnt aber auch bei Wind und Wetter: Im modernen Besucherzentrum ist alles über die eigentümliche Landschaft, Fauna und Flora zu erfahren.
Dicke Pullover und Regenmantel sollte man immer dabeihaben, denn die Atlantikwinde sind mehr als eine frische Brise. Wanderungen entlang der Klippen lohnen aber immer. Allein schon wegen der Aussicht aufs anschließende Aufwärmen: mit Irish Coffee. Erfunden wurde das Getränk am Flughafen Shannon: Ein Wirt schenkte die Mischung aus Kaffee, Whiskey und Sahne erstmals 1942 an durchgefrorene US-Passagiere aus.