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Meetago, Meetingmasters und das Mice-Portal an der Spitze

Zu den führenden Anbietern zählen Meetago, Meetingmasters und das Mice-Portal, die jeweils auf Buchungsvolumina im mittleren zwei- bis niedrigen dreistelligen Millionenbereich kommen. Sie zielen mit ihren Lösungen auf Unternehmen, die ihren MICE-Einkauf vor allem strategisch betreiben wollen und dafür auf eine zentrale Plattform setzen.

Mit deren Hilfe soll die firmeninterne Nachfrage – analog zur Online-Buchung im klassischen Geschäftsreisesegment – konsolidiert und gesteuert werden. Kern des Portals ist jeweils eine Ausschreibungsplattform, über die die Firmen eine Tagungsanfrage bei den im System geführten Hotels und Eventstätten platzieren können. Sowohl Anfrage als auch Verhandlungen können dabei elektronisch erfolgen. Wobei die Dienstleister aber auch Service-Teams vorhalten, die zumindest Teile des Prozesses auf Wunsch der Firmenkunden übernehmen können.

Ähnliche Dienstleistungen wie Meetago & Co bieten auch Aloom.de und Smart and More (micebooking.com). Beide Unternehmen haben als Komplett-Service-Agenturen gerade in der jüngeren Vergangenheit kräftig in ihre Technik investiert, um mit den gestiegenen Anforderungen strategisch operierender Firmenkundenkunden mithalten zu können.

Daneben gibt es Anbieter wie den Hotel- und Event-Vermittler Plan2Plan des früheren HRS-Managers Michael Drescher. Hier können die Firme ihre Anfragen zwar ebenfalls online abgeben, dann aber wird immer der Dienstleister als Mittler aktiv. Vollständig automatisierte Prozesse gibt es hier nicht. Was bislang nicht schlecht fürs Geschäft sein muss. Drescher jedenfalls verzeichnet eigenen Aussagen zufolge seit dem Firmenstart 2010 fast durchweg Zuwächse. Doch unabhängig davon, welchen Dienstleister man betrachtet, einen klaren Marktführer kann zumindest Bernd Fritzges, Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Veranstaltungsorganisatoren, nicht erkennen. Die „Mainstream-Lösung“ bei den MICE-Portalen gebe es nicht, nur Nischenangebote unterschiedlicher Ausprägung.

Das gilt auch für Neulinge wie Okanda oder den Meeting Market von Expedia, der ebenfalls auf die Echtzeitbuchung von Tagungen setzt. Für Aufmerksamkeit sorgen die zwei Anbieter mit ihren technischen Ansätzen aber in jedem Fall – auch wenn Meetingmasters-Geschäftsführer Christoph Schwind das Thema Echtzeitbuchung als kurzlebigen Hype sieht. „Die Echtzeitbuchung einer Veranstaltung kann ohnehin nur für kleine Standardveranstaltungen funktionieren“, Schwind. „Die Anforderungen größerer Veranstaltungen sind zu komplex, als dass man sie in Echtzeit buchen könnte.“

Was bringt Echtzeitbuchung von Tagungen?

Letzteres bestätigt auch Marina Christensen, Marketingdirektorin für Gruppen- und Geschäftsreisen bei den Best Western Hotels. Vernachlässigen sollte man die Eichtzeitbuchung ihrer Meinung nach dennoch nicht. Die Technik werde künftig eine Rolle spielen, gerade für standardisierte Fort- und Weiterbildungsfomate. Firmen können mit ihrer Hilfe die eigene Veranstaltungsorganisation verbessern, ist die Managerin der Hotelkooperation überzeugt.

Um dieses Brot-und-Butter-Geschäft zu sichern, dürfte sich Meetago zur Kooperation mit dem Meeting Market von Expedia entschlossen haben. Jedenfalls hat der Dienstleister, an dem das Kölner Hotelportal HRS mit 24 Prozent beteiligt ist, den Echtzeitbuchungsprozess des US-amerikanischen Wettbewerbers in die eigene Systemwelt integriert. „MICE- und Geschäftsreiseprozesse werden weiter miteinander verschmelzen“, sagt Meetago-Chef Udo Lülsdorf. Dazu gehöre auch die Anpassung des Einkaufs an die im Geschäftsreisebereich etablierten Standards. Eine Prognose, die auch den Okanda-Verantwortlichen Mut machen sollte.

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