MICE-Tipps

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Zukunft schnuppern in Oberösterreich

Das wirtschaftlich stärkste Bundesland Österreichs gehört auch zu den spannendsten. Es bietet Kunst, Wissenschaft und eine Menge Natur.

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von Oliver Graue, 05.08.2016, 08:00 Uhr
Weißes Rössl: Romantik am Wolfgangsee.
Foto: FVA

Wie von Geisterhand gesteuert bewegt sich die winzige Metallzunge unter der riesigen Käseglocke. Immer wieder schlägt sie gegen das Glas. „Japanisches Windspiel“ – so nennt die Künstlerin ihr Objekt. Allerdings ist es in diesem Fall kein Wind, der die Zunge in Bewegung setzt. Auslöser ist vielmehr natürliche Radioaktivität: etwas, das in früheren Jahrhunderten noch als „göttliche Magie“ galt und das erst die moderne Wissenschaft erklären konnte.

Kunst und Forschung: Der etwas andere „Geigerzähler“ ist typisch für das Ars Electronica Center in Linz, das als eines der spannendsten Zukunftsmuseen Europas gilt. In dem futuristischen Glasbau lässt sich mühelos ein ganzer Tag verbringen. Mindestens. Die Ausstellungen tragen Titel wie Robotik oder Raumschiff Erde – ein zum Teil erschreckender Blick auf unseren Planeten vom Satelliten aus. Wer will, kann im Ars Electronica auch Pflanzen klonen, einen Blick in seinen Körper werfen oder mit Robotern in Kontakt treten. Höhepunkt allerdings ist das Deep Space: ein 3-D-Kinoraum mit riesiger Leinwand, der den Zuschauer in höchstmöglicher Schärfe in die virtuelle Welt entführt – auf die ISS-Raumstation oder in die eigenen Blutgefäße.

Neue Seiten, neue Sichten

Kunst und Forschung – das gilt nicht nur für das Ars Electronica, sondern für die ganze Stadt: „Linz verändert“, so werben die oberösterreichischen Touristiker für die Hauptstadt ihres Bundeslandes. Tatsache ist, dass aus einer vor 30 Jahren noch rein industriell geprägten Metropole eine Stadt geworden ist, die immer mehr Firmen als MICE-Ziel entdecken.

Zwar gibt es auch in Linz barocke Architektur, wie sie für Österreich typisch ist. Es gibt ein Schloss, es gibt den Palais Kaufmännischer Verein mit einem faszinierenden Prunksaal. Und es gibt die weltbekannte Linzer Torte. „Wir können und wollen aber nicht Wien kopieren“, sagt Andreas Zebisch, Chef des Convention Bureau Oberösterreich. So hat die Region denn auch ihre eigene Nische gefunden. Und die liegt in der Vielfalt: Während Regionen wie das Mühlviertel, das Salzkammergut, Pyhrn-Priel und das Donauland mit tollen Naturlandschaften punkten, setzt sie Stadt Wels auf Green Meetings, Steyr auf sein faszinierendes Flair – und Linz ganz auf die Gegenwart. So wie die Stadt sich in den vergangenen Jahrzehnten selbst verändert hat, so will sie auch ihre Besucher verändern. Die Tagungsgäste sollen „neue Seiten entdecken, neue Sichtweisen kennenlernen“, erklärt Tourismusdirektor Georg Steiner den von ihm geschaffenen Begriff des Blue Meeting. Moderne Tagungs- und Event-Locations gibt es denn auch reichlich eine Reihe ausgefallener MICE-Stätten, von den sogenannten Seminar-Almen über das Single-Resort bis zum Flusskreuzfahrtschiff.

Flaggschiff der Stadt Linz wiederum ist das Design Center. Jährlich bietet es mehr als 100 Veranstaltungen Raum, vom mittelständi- schen Kundenevent bis zum internationalen Medizinkongress. Vor allem seit Eröffnung des neuen Uniklinikums etabliert sich Linz als Stätte für große Pharmakonferenzen.

Über den Dächern

Ungewöhnliche Einblicke bieten die Voestalpine Stahlwelt, das 2013 eröffnete Musiktheater, die Tabakfabrik und das OÖ Kulturquartier, einer der lebendigsten Orte von Linz. Zeitgenössische Ausstellungen gibt es hier ebenso wie alternative Kunst, Programmkinos ebenso wie Restaurants. Höhepunkt ist das Projekt „Höhenrausch“: Dies führt durch Kunstwerke über die Dächer des Kulturzentrums und eines Einkaufszentrums bis in einen alten Kirchturm und bildet so eine Art Freiluftausstellung. Nach der Führung gibt es dann einen Cocktail-Empfang der etwas anderen Art: zwischen Kunstinstallationen, über den Dächern von Linz.

Oberösterreich in Kürze

Mit 1,4 Mio. Einwohnern ist Oberösterreich das nach Wien und Niederösterreich drittgrößte Bundesland. Die Hauptstadt Linz liegt mit ihren 195.000 Einwohner ebenfalls auf Platz 3 im österreichischen Städte-Ranking – nach Wien und Graz. Das Land grenzt direkt an Deutschland, von Passau nach Linz ist man etwa 1 Stunde unterwegs.

Ankommen: Direktflüge nach Linz bestehen 2 x täglich ab Düsseldorf und 3 x täglich ab Frankfurt (beides Lufthansa). Unproblematisch ist aber auch die Anreise über Wien: Der Intercity verbindet den Flughafen in ca. 1 h mit Linz. Für Veranstaltungen etwa im Salzkammergut oder im Mühlviertel ist zudem der Airport Salzburg nahegelegen.

Argumente
Vielfalt: Wegen der unterschiedlichsten Landschaften („Österreich im Kleinen“) lassen sich Meetings einfach mit Incentives und Rahmenprogrammen koppeln. Etwa: Meeting in Linz, Incentive etwa im Salzkammergut, im Mühlviertel oder in Steyr. Sicherheit: Österreich gehört zu den weltweiten Top-5-Ländern.
Preis/Leistung: Im Vergleich zu vielen deutschen Regionen liegen die Preise niedriger. Kurze Wege: Länger als 1,5 Stunden ist man zu keinem Ort unterwegs.
Gute Anbindung: Flüge nach Linz, Wien und Salzburg. Ab München Zug oder Auto. Infrasktruktur: allein in Linz mehr als 4.400 Hotelbetten, viele Event-Locations. Oberösterreich ist ideal für Events mittlerer Größe (200 bis 300 Personen), richtete 2015 aber auch 10 Großkongresse aus. Internet: in Linz 125 W-LAN-Hotspots.

 
 
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