MICE-Ziel Luxemburg

(0)

Tagen in Clervaux

Ob in der Hauptstadt oder in den Ardennen: Das Großherzogtum macht MICE zur Chefsache. BizTravel nennt Tipps für Eventplaner.

Seite 1 von 2
von Oliver Graue, 20.04.2016, 09:00 Uhr
Markttag in Luxemburg
Foto: FVA Luxemburg

Mutig und wütend stellen sich zwei junge Männer einem Panzerfahrzeug entgegen, bewerfen es mit Steinen. Das Schwarz-Weiß-Foto, 1953 bei dem von den Sowjets niedergewalzten Aufstand in der DDR aufgenommen, ist typisch für das Wirken des Edward Steichen: 1879 in Luxemburg geboren und in den USA aufgewachsen, war Steichen Zeit seines Lebens Rebell, Träumer und Visionär. Seine Fotoausstellung, die er in den 50er-Jahren für das New Yorker Museum of Modern Art (Moma) zusammengestellt hatte, zeigt in 503 Bildern ein Porträt der Menschheit – unterteilt in Themen wie Liebe, Glaube, Geburt, Arbeit, Familie, Kinder, Krieg und Frieden.

Lohnedes Ziel für Geschäftsreisende

The Family of Man, wie die Schau heißt, sollte helfen, das Verständnis zwischen den Menschen zu fördern. Nach der Moma ging sie auf Welttournee, zählte mehr als neun Millionen Besucher. Und vor 40 Jahren schließlich fand sie eine neue und endgültige Heimat im Schloss von Clervaux. Damit ist die von der Unesco 2003 als Welterbe anerkannte Ausstellung die größte Attraktion des kleinen luxemburgischen Städtchens. Die einzige ist sie aber nicht. Ob im Ardennen-Ort Clervaux, in der malerischen Hauptstadt oder in den vielen Burgen: Das Großherzogtum ist für Privaturlauber, für Geschäftsreisende mit ein wenig Freizeit und für MICE-Gäste ein lohnendes Ziel. Zu sehr war diese Tatsache in der Vergangenheit vom Ruf Luxemburgs als Steueroase verkleistert. Nun macht die Regierung Reisen zur Chefsache: Luxemburg präsentiert sich als Ort für Meetings, Events und Kongresse, und im „Cluster MICE Luxemburg“ haben sich 25 Partner zusammengeschlossen, Hotels ebenso wie Locations und DMC.

Mit Luxair und Lufthansa (aber auch per Bahn) ist es von Deutschland aus gut zu erreichen, und der Flughafen liegt nur wenige Busminuten von der Hauptstadt entfernt. Wer außerhalb der City zu tun hat, kommt mit der Bahn weiter: Ganze vier Euro kostet die Karte, mit der sich einen ganzen Tag lang alle Züge und Busse im Land benutzen lassen. Überhaupt halten sich Zeitaufwand und Transferbudgets dank der kurzen Strecken in Grenzen.

MICE-Tipps für Clervaux

Allerdings sollte man sich die Hauptstadt mit ihren vielen historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten nicht entgehen lassen. Erste Anlaufstelle für Adel-Fans ist der Palais des Großherzogs Henri mitten in der Fußgängerzone. Nur wenige Schritte enfernt sollte man Kaffee und Torte genießen: Die Konditorei Oberweis ist für Luxemburg das, was Sacher für Wien ist. Herzstück der Altstadt ist der einstige Fischmarkt mit dem Nationalmotto der Luxemburger („Mir bleiwe, wat mir sinn“), und idyllisch ist ein Spaziergang durch die Unterstädte am Ufer der Alzette.

Dass Luxemburg seinen Namen als „Gibraltar des Nordens“ zu Recht trägt, wird spätestens beim Blick vom Bock-Felsen deutlich: Obwohl fast 90 Prozent der Festung im 19. Jahrundert geschleift wurden, scheint die Stadt ein einstiges Festungsbollwerk zu sein.

Die meistbesuchte Attraktion verbirgt sich im Innern des Felsens: die 17 Kilometer langen und bis zu 40 Meter tiefen Kasematten, die einst der Verteidigung der Stadt dienten. Heute bieten sie sich als Location für Empfänge oder Cocktail-Partys an. Dafür, aber auch für Dinner und für komplette Events eignen sich ebenso die zahlreichen Burgen im Land. Zu den prächtigsten gehört das Schloss Vianden mit seinem bis zu sieben Meter hohen, im gotischen Stil geprägten Festsaal. Vom Ardennen-Städtchen Clervaux aus sind es nur wenige Kilometer bis dort. In Clervaux wiederum, vom Schloss und von der Abtei St. Maurice geprägt, bietet sich ein Rundgang an acht Freiluftschauen an: Jeweils ein Jahr lang stellen Fotografen ihre Werke aus. Tagen und leben lässt sich zum Beispiel im Hotel International (4 Sterne) oder im 5-Sterne-Boutique-Haus Le Clervaux mit seinen 22 Suiten und den Restaurants „Da Lonati“ und „Rhino Steakhouse“.

Und wer für sein Event den gesamtem Ort mieten will, kann auch das tun: Unter dem Motto „Rent a City“ stehen 250 Zimmer in den beiden Hotels bereit, dazu Konferenzzentren und Tagungsräume für bis zu 350 Teilnehmer. Die gesamte Stadt lässt sich mit dem Firmenlogo branden, gefeiert werden kann – etwa mit Lichtshow, Bühne, Weinverkostung und Rotem Teppich – in der Fußgängerzone.

 
 
1 spacer 2

Weitere Business Travel-Themen

Verpflegungspauschale
(0)

Neue Sachbezugswerte für 2017

Die amtlichen Werte, die für Mahlzeitengestellung außerhalb von Dienstreisen anzusetzen sind, wurden leicht erhöht. Der Betrag für Unterkunftskosten bleibt gleich. mehr

 
© 2017 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media