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Notizen aus 90 Jahren Europcar

Als Motor-Verkehrs-Union und mit wenigen Autos fing es an, heute zählt das Unternehmen zu den größten seiner Branche: Europcar Deutschland wird 90 Jahre alt.

von Oliver Graue, 26.07.2017, 10:23 Uhr
Kaum zu glauben: Früher waren Navis noch aus Fleisch und Blut!
Foto: Europcar

Das Verkaufsargument findet sich in einer der ältesten Werbebroschüren von Europcar-Vorgängerin Selbstfahrer Union Deutschlands (S.U.D.). Und doch ist das, was dort vor gut 50 Jahren stand, heute wieder hochaktuell: „Die Benutzung von Autos der S.U.D. kostet weniger als die eines eigenen Autos und erspart den mit der Eignerschaft verbundenen Zeitaufwand und Ärger“, heißt es dort. „Es leisten sich ja auch nicht alle Menschen einen eigenen Golf- oder Tennisplatz. Durch die Schaffung von Plätzen durch Vereine erfreuen sich aber Hunderte von Menschen der Spiele.“

Weg zum Mobilitätsanbieter

Womit in den 50er-Jahren noch einzig der Mietwagen beworben wurde, passt heute perfekt auf das Modell des Car Sharing. Junge Menschen in Großstädten wollen nicht mehr unbedingt ein eigenes Auto besitzen, schon gar nicht als Statussymbol. Mitunter reicht es, auf den Car2go-Wagen an der Ecke zurückzugreifen. Das Beispiel zeigt aber auch: Aus reinen Autovermietern werden mehr und mehr Mobilitätsanbieter. Neben den klassischen Mietwagen rücken heute Angebote wie Free Floating, Corporate Car Sharing, Elektromobilität sowie Apps, mit denen sich Firmenkunden komplette Reiseketten zusammenstellen – und diese über die Applikation auch buchen und bezahlen können.

Die Geschichte der Mobilität in Deutschland, das ist auch die Geschichte eines der ältesten Autovermieter: Vor genau 90 Jahren eröffnete Europcar – damals noch Motor-Verkehrs-Union – am Hamburger Mittelweg seine erste Station. 1931 warb die Selbstfahrer Union, wie sie wenig später hieß, damit, die „einzige Organisation über Deutschland für Vermietung von Automobilen ohne u. mit Fahrer“ zu sein.

Von 600 auf 40.000 Fahrzeuge

Am Anfang freilich standen keine Firmenkunden. Wohlhabende Touristen aus den USA und aus England nutzten das Produkt: Sie kamen per Schiff nach Hamburg und ließen sich den Wagen direkt an den Kai bringen. 1959 zählte die S.U.D. genau 59 Stationen, 1970 waren es 400 – im Vergleich zu heute (550) zwar nicht unwesentlich weniger, die Zahl der Fahrzeuge stieg jedoch von 600 auf mehr als 40.000. 1970 wurde S.U.D. von VW übernommen und in Inter Rent umbenannt. Seit 1989 schließlich gehören die Hamburger zur französischen Autovermietung Europcar.

Auf seiner Seite www.90jahrezukunft.de erinnert das Unternehmen an die wichtigsten Momente seiner Geschichte. Und an Kuriositäten: Der griechische Reeder und Multimilliardär Onassis nutzte 1957 den Anbieter für eine Fahrt von Hamburg nach Kiel ebenso wie 1984 ein Elefant. Dieser wurde vom Krefelder Zoo in die Innenstadt gebracht, wo er der Star einer Boutique-Eröffnung war. Und vor knapp 50 Jahren fanden S.U.D.-Kunden ein Service-Set in ihrem Wagen vor. Dieses enthielt Kopfschmerztabletten, Erfrischungstücher, Zigaretten, Parkmünzen und einen Schnurrbart zum Ankleben.

Was aus Onassis-Zeiten blieb

Ein solches Päckchen gibt es heute zwar nicht mehr, Service-Ideen für Geschäftskunden waren und sind aber weiter aktuell. Gehörten früher beispielsweise Diktiergeräte im Wagen dazu, sind dies heute Internetzugänge an neun Flughafenstationen und Schlüsselautomaten, die mit einem zuvor gemailten Code funktionieren. Der Chauffeurservice allerdings hat seit Onassis-Zeiten überlebt, und der Bringservice, der ganz am Anfang der S.U.D. stand, erlebt bei vielen Firmenkunden inzwischen sogar wieder eine neue Popularität.

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