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Mittelalter-Festivals

08.08.2011, 09:00 Uhr

Wie reist ein Zeitenbummler?

von Oliver Graue

Bei seinem letzten Auslandsaufenthalt – „in einem schönen Nachbarland“ – lernte Michael Blum das örtliche Gefängnis kennen. Von innen.

Met, Bärenfang: (Honiglikör), Kirschbier und den „Höllentrunk“ bieten Michael Blum (links) und seine Crew in der Taverne „Zwischen Himmel und Hölle“.
Foto: www.zwischenhimmelundhoelle.com

Weil der Erlebnisgastronom seine Gewandung samt Messer trug, „haben mich die Beamten als Waffenhändler eingestuft“, erzählt er: „Schuld waren mein verwegenes Aussehen und eine zufällige Namensübereinstimmung.“ Ein Einzelschicksal – sind doch die meisten Geschäftsreisenden unbewaffnet und nicht im Mittelalterkleid unterwegs. Für Don Michele, wie Blum sich nennt, gehört es zum Beruf: Bis zu 15 Mal im Jahr baut er seine Taverne „Zwischen Himmel und Hölle“ auf Mittelalter- und Fantasymärkten auf.

Der Oberpfälzer reist nicht mit Flug oder Zug, sondern mit „Euerweh“, einem alten Feuerwehr-LKW. „Euerweh“ zieht den Anhänger mit der Taverne, und manchmal dient er Don Michele auch als Hotel. Jedenfalls dann, wenn es fürs Draußenschlafen zu kalt oder keine kleine Pension in der Nähe zu finden ist. „Nur Hotelketten, die mag ich nicht“, sagt er. Seine Reisen sind für Michael Blum mehr als Fahrten von einem Ort zum anderen. „Ich unternehme Reisen in längst vergangene, archaische Zeiten, in denen ich selbst Akteur bin“, sagt er: „Carpe diem. Alles ist möglich.“ www.zwischenhimmelundhoelle.com

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