Bei Europcar heißt es Business Plus, bei Avis Bonus Plus und bei Sixt Mobility Solution. Wie die Autovermieter mit speziellen Portalen auch kleinere Unternehmen locken.
Heute einen Kombi, nächste Woche einen Kleintransporter, und in drei Wochen einen Dreieinhalb-Tonner: Zahlreiche Firmen – kleinere Betriebe, Eventagenturen, Haushaltsauflöser oder Caterer – besitzen keinen eigenen Fuhrpark. Wenn sie ein Fahrzeug brauchen, mieten sie je nach Bedarf eines an. „Doch dabei erwischen sie nicht immer die für sie besten Tarife“, sagt Bernd Schmaul, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing von Europcar Deutschland.
Seine Lösung heißt „Europcar Business Plus“. Mit dem neuen Internet-Portal will Europas größter Vermieter in Deutschland verstärkt kleine und mittlere Firmen für sich begeistern. Die Idee dahinter: Alle im Handelsregister aufgeführten Firmen, die sich bei Business Plus anmelden, können bereits 24 Stunden später von den Firmentarifen des Autovermieters profitieren. „Und die liegen generell unter den Normaltarifen“, sagt Schmaul. Zusätzlich lockt, abhängig von der vereinbarten Anzahl von Anmietungen, eine Rückvergütung ab fünf Euro pro Auto.
Aus Sicht von Europcar ist es nicht nur der Preis, der Business Plus für jeden noch so kleinen Betrieb interessant macht. „Auch ein Reporting und damit eine Kostenkontrolle über alle Buchungen ist darüber leicht möglich“, wirbt Schmaul für seinen Service.
Der Hamburger Autovermieter will damit Maßstäbe setzen – zumindest eigenen Aussagen nach. Bereits in den Startlöchern für ein ähnliches Portal steht Autovermieter Hertz. „Wir werden das System in den nächsten Wochen vorstellen“, kündigt Commercial-Director Tobias Ruoff gegenüber BizTravel an.
Die Behauptung, dass das Hamburger Unternehmen der erste Autovermieter ist, der ein solches Online-Portal für kleine und mittelständische Firmen eingerichtet hat, will die Konkurrenz so allerdings nicht stehen lassen. „Was Europcar da jetzt gestartet hat, das gibt es bei uns schon lange“, sagt Sixt-Vertriebschef Frank Feist. Deutschlands Branchenprimus bietet die Sixt Mobility Solution. „Der Service steht jedem Kunden unabhängig von der Unternehmensgröße zur Verfügung“, erläutert Frank Feist.
Kundenummer oder Kundenkarte seien die einzigen Voraussetzungen zur Teilnahme am System. Lägen die vor, stehe der ersten Online-Buchung über die Firmen-Homepage nichts mehr im Weg. „Zumindest die Kundennummer gibt es auch bei Sixt binnen 24 Stunden via Internet“, verspricht der Vertriebschef. Die Produktion einer Kundenkarte dauere etwas länger. Wer mit Sixt Volumenrabatte aushandeln wolle, solle den Kontakt zu einem Sixt-Außendienstmitarbeiter suchen, empfiehlt Feist.
Bereits seit gut eineinhalb Jahren offeriert aber auch Avis ein derartiges Produkt für den Mittelstand. Es heißt Avis Bonus Plus. „Jeder, der ein Gewerbe angemeldet hat, kann sich bei uns registrieren“, sagt Thomas Wandel, Director Corporate Sales. Noch ist bei Avis dafür allerdings etwas mehr als einige Klicks erforderlich.
So laden sich Interessenten bei Avis die Vertragsunterlagen für das Programm „Bonus Plus“ von der Homepage runter, füllen es aus und schicken es an den Autovermieter. Das ist ebenso zuverlässig – dauert aber eben ein wenig länger. Ist der Kunde jedoch erst einmal registriert, dann kann er problemlos seine Anmietungen online abwickeln. Zudem lockt Avis mit Zusatzservices. Dazu gehören weltweite Festpreise, eine geringere Selbstbeteiligung im Schadensfall, Sammeln und Einlösen von Bonuspunkten im Rahmen des Programms.
BizTravel-Fazit: Um die kleinen und mittelständischen Unternehmen zu erreichen, legen sich die Autovermieter derzeit mächtig ins Zeug. Der Grund dafür liegt auf der Hand: „Wirklich große Dax-Konzerne gibt es schließlich nur etwa 30 Stück in Deutschland. Davon allein kann jedoch kein Autovermieter leben“, bringt es Sixt-Manager Feist auf den Punkt. Die Kleinen müssen her!