Nordschwarzwald

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MICE mit Hermann Hesse

Für MICE bieten sich nicht nur die Großstädte an. In unserem Land finden sich Orte, die vom Rest der Republik scheinbar wenig wahrgenommen werden und die sich dennoch als attraktiv erweisen. BizTravel war im Nordschwarzwald.

von Oliver Graue, 10.04.2017, 12:00 Uhr

Unter Modellbahnfans ist er Kult: Der Bahnhof Calw gehörte in den 80er-Jahren zu den beliebtesten Modellen bei den Freuden der Spurweite H0. Wer sich die Kultstation heute im Original anschauen will, der jedoch dürfte enttäuscht sein: Calw verfügt längst über einen modernen zentrumsnahen Haltepunkt, und der einst repräsentative Vorgänger aus rotem Sandstein präsentiert sich in vergleichsweise erbärmlichem Zustand. Ein Pizzadienst und ein Möbelhändler haben dort Unterschlupf gefunden; Züge allerdings halten hier schon lange nicht mehr.

Ganz anders das historische Zentrum der württembergischen Stadt ganz im Norden des Schwarzwalds: Mit seiner kleinen und vom Fachwerk geprägten Altstadt, die vom Abriss- und Waschbeton-Trend der 70er-Jahre verschont blieb, verfügt Calw über eine echte Sehenwürdigkeit – und erweist sich schon äußerlich als attraktiver Ort für Veranstaltungen. Dabei hat die scheinbar abgelegene Stadt auch kulturell einiges zu bieten: Im Jahre 1877 wurde hier der Schriftsteller Hermann Hesse („Der Steppenwolf“) geboren. Zahlreiche Inschriften und eine lebensgroße Skulptur erinnern an den 1946 mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Autor. Über sein Leben informiert das Hermann-Hesse-Museum.

Tagen im Kloster

Ein guter Ort für MICE-Events ist der Klosterkeller im Stadtteil Hirsau. Oberhalb des Flusses Nagold wurde hier im 11. Jahrhundert das damals größte deutsche Kloster errichtet. Die Ruinen gelten als baugeschichtlich äußerst bedeutsam; kleine Teile sind erhalten. Ein ähnliches Dornröschenschlaf-Dasein wie Calw fristet das nur wenige Minuten entfernte Bad Liebenzell. In den 70er-Jahren war das Nordschwarzwald-Städtchen noch ein beliebter Kurort, eine Zeit, von der prachtvolle Gebäude wie das einstige Grand Hotel am Kurpark zeugen. Heute ist der Kampf um die Besucher zäh, die Auslastung der Häuser ist alles andere als zufriedenstellend – ein negativer Trend, der mit der grundlegenden Sanierung der Paracelsus-Therme vor einigen Jahren anscheinend gestoppt werden konnte. „Wir erreichen heute deutlich mehr junge Menschen als vor der Modernisierung“, freut sich die Kurverwaltung.

Verdient hätte es Bad Liebenzell allemal, und für MICE-Planer, die einen Sinn für abgelegene Schönheiten haben, ist das Städtchen ein Tipp. Die Burg Liebenzell aus dem 13. Jahrhundert etwa ist ein wahrhaft imposantes Bauwerk, die in der Stadt beheimatete Bad Liebenzeller Mission zählt zu den bedeutendsten evangelischen Missionsgesellschaften mit gut 140 Schwestern, und wer eine Schwäche für Süßes hat, der ist in der großen Liebenzeller Marzipan & Schokoladen-Manufaktur an der richtigen Stelle. In Führungen lässt sich alles über die Produktion von Marzipanfiguren und handgeschöpfter Schokolade erfahren – ideal fürs Rahmenprogramm.

Hinkommen: Calw und Bad Liebenzell sind über die Autobahnen A5, A8 und A81 und weiterführend über die Bundesstraßen B295, B296 und B463 zu erreichen. Beide Orte liegen an der Bahnstrecke Pforzheim–Tübingen. Ab Stuttgart mit der S-Bahn S6 bis Weil der Stadt, dort weiter mit dem Bus 670 nach Calw oder mit dem Bus 880 nach Bad Liebenzell. Der Flughafen Stuttgart ist 45 km entfernt.

Information:

Calw: Stadtinformation Tel. 0705/167-399, Bad Liebenzell: Tel. 07052/408-0

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