Online buchen (Teil 1)

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Für wen lohnt es sich wirklich?

Ob Door-to-Door oder End-to-End: Online-Buchung bietet immer mehr Möglichkeiten. Doch was steckt wirklich hinter diesen Begriffen? Und lohnt es sich auch für Mittelständler, aufs Netz zu setzen?

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von Oliver Graue, Martin Jürs, 08.07.2014, 13:32 Uhr
Wirklich besser und billiger? Nicht immer ist Online-Buchung sinnvoll.
Foto: Shutterstock

Ein elektronisches Travel-Management-System, das lückenlos arbeitet von der Reisegenehmigung über die Buchung bis zur Abrechnung: Als „End-to-End“ bezeichnen Branchenexperten den Prozess, von dem so manche Firma träumt. Klingt gut, steckt aber noch in den Kinderschuhen: Erste Firmen experimentieren mit End-to-End. „Online bedeutet heute nicht mehr einfach nur die Internet-Buchung, sondern auch die Möglichkeit, online Reisen zu genehmigen und abzurechnen“, sagt Wolfgang Straßer, Chef von HRG Deutschland.

Und dies ohne Bruch im System, mit automatischer Datenübertragung zwischen Buchungs- und Reisekostensoftware, Reisebüro und Personalabteilung. Nach gut zwei Jahren Entwicklung führt Saarlands Landesverwaltung ein Travel-Management-System ein, das sich diesen Anforderungen zumindest nähert.

Online-Trend steigt weiter an

Online bedeutet nach wie vor aber auch: Firmen, die noch klassisch im Reisebüro buchen, führen eine Online-Buchungssoftware (OBE) ein. Oder sie versuchen, die Nutzungsrate der bestehenden OBE zu erhöhen. Andere Unternehmen wiederum „stellen ihr seit Jahren eingesetztes Tool auf den Prüfstand und wechseln zu einem, das besser zur Firmenkultur passt“, sagt CWT-Online-Experte Wolfgang Koch. Und schließlich sind es neue technische Möglichkeiten wie die Door-to-Door-Lösung, die für manch einen Betrieb das Internet überhaupt erst attraktiv macht: das virtuelle Planen und Buchen einer kompletten Reise unter Einschluss von Taxi, Nahverkehr und Fußwegen.

Tatsache ist: Die Zahl der Unternehmen, die ins Netz gehen, wächst. „Wir beobachten nach wie vor einen steigenden Trend zur Online-Buchung“, sagt Michael Marx, Leiter der Geschäftsreisensparte Business Plus bei den Lufthansa City Centern. Und, so ergänzt sein Kollege Christoph Führer, Chef der Reisebüro-Kette Derpart: „Nachdem Großunternehmen den Trend eingeleitet haben, erkennt nun ganz verstärkt der Mittelstand die Vorteile. Mit zunehmender Professionalisierung im Travel Management steigt auch die Bereitschaft, eine OBE einzuführen.“ Welch große Hoffnung die Leistungsanbieter ins Internet-Geschäft setzen, zeigt die Übernahme des größten deutschen OBE-Anbieters I-FAO durch das Reservierungssystem (GDS) Amadeus. Dieses verspricht sich hohe Einnahmen und neue Kunden. Und einen zusätzlichen Schub bekam der Trend zum Internet jüngst durch die Entscheidung von Germanwings, ihre günstigsten Tickets nicht mehr über die GDS zu vertreiben. Während diese wehklagten, fertigten die OBE-Systeme schnell eine elektronische Schnittstelle zu der Lufthansa-Tochter.

Reisebüros vermieten OBE

Allerdings: Für Mittelständler lohnt es sich nicht, eine eigene OBE zu kaufen. Die Investitionen samt Wartung gehen schnell in die Zehntausende, und der technische Aufwand ist groß. Effizienter ist es, die Angebote der Reisebüros zu prüfen, die als „Reseller“ der OBE-Anbieter fungieren, das heißt, sie vermieten die Software – meist modifiziert – an ihre Firmenkunden weiter. Diese bezahlen in Form einer Transaction Fee (TAF), einer Gebühr pro Buchung, die aber niedriger ist, als wenn per Telefon oder E-Mail gebucht würde. „Zudem gibt es heute etliche auf den Mittelstand zugeschnittenen Angebote, die den Online-Trend weiter vorantreiben“, ergänzt Rene´ Zymni von der Geschäftsreisekette BCD Travel. Gerade für Neueinsteiger haben die Reisebüros derart vereinfachte Lösungen entwickelt: Über sie lässt es sich zu attraktiven Konditionen – oft sogar kostenlos – buchen; zusätzliche Features wie Reportings bieten sie in aller Regel aber nicht.

Ein weitverbreitetes Missverständnis: Mit dem normalen Internet hat eine OBE nichts zu tun. Sie greift stattdessen auf die Reservierungssysteme (GDS) zurück, deren Angebote auch den Reisebüros zur Verfügung stehen. Zusätzlich bietet sie direkte Anschlüsse zu Billigfliegern, die sich nicht via GDS vermarkten, sowie zu Mietwagenanbietern und Hotelportalen. Bei einer Suchanfrage stellt sie die Angebote in Form eines Rankings dar – sortiert nach Kriterien wie beispielsweise Preis, Dauer oder Airline.

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