Fluggastrechte

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Expertentipp zur Ankunftszeit bei Flügen

Ein möglicher Ausgleichsanspruch ergibt sich bei einer verspäteten Landung ab drei Stunden. Doch was genau zählt als Landung?

22.10.2014, 09:41 Uhr
Dr. Alexander Skribe ist Vertragsanwalt des Verbraucherschutzportals www.fairplane.de
Foto: Studio Huger

Leser fragen, Experten antworten: BizTravel und das Verbraucherportal Fairplane.de setzen ihre Serie rund um Fluggastrechte fort.

Frage: Ein möglicher Ausgleichsanspruch ergibt sich bei einer verspäteten Landung ab drei Stunden. Doch was genau zählt als Landung? – das Aufsetzen auf dem Rollfeld, das Erreichen der endgültigen Parkposition oder das Öffnen der Türen?

Dr. Alexander Skribe: Anfang September hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem wegweisenden Urteil entschieden (Aktenzeichen: C-452/13), dass das Öffnen von mindestens einer Tür als Ankunft zu zählen ist. Demnach gilt ein Flugzeug juristisch als gelandet, sobald der erste Passagier das Flugzeug verlassen kann. Immer wieder hat es in der Vergangenheit Streitfälle gegeben, bei denen Richter ihre Urteile nicht anhand verbindlicher Definitionen der Ankunftszeit fällen konnten. Um zukünftig Rechtssicherheit zu erlangen, vertrat meine Kanzlei Heinke . Skribe + Partner den klagenden Passagier bis vor den EuGH. Mit der Entscheidung schloss sich ein weiteres Schlupfloch für die Airlines, sich aus ihrer Verantwortung herausreden zu können. Ihr häufig vorgebrachtes Argument, dass bereits das Aufsetzen der Maschine als Landung zu werten ist, gilt nun nicht mehr.

Bei dem verhandelten Fall setzte das Flugzeug mit einer Verspätung von 2:58 Stunden am Ziel, dem Flughafen Köln/Bonn auf. Die Türen zum Verlassen der Maschine öffneten sich jedoch erst 3:02 Stunden nach der geplanten Ankunftszeit. Die Airline verweigerte die Entschädigungszahlung in Höhe von 250 Euro und berief sich auf die Ankunft innerhalb der Drei-Stunden-Regelung.

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