Fluggastrechte

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Leser fragen, BizTravel antwortet

In Kooperation mit dem Verbraucherportal Fairplane.de startet BizTravel eine neue Serie: Experten beantworten Fragen rund um Flugverspätungen, Streiks & Co.

von Oliver Graue, 11.04.2013, 10:52 Uhr
Dr. Alexander Skribe ist Vertragsanwalt des Verbraucherschutzportals www.fairplane.de.
Foto: Studio Huger

Verspätete und annullierte Flüge, dichter Nebel, Warnstreiks und technische Probleme: Laut EU-Verordnung steht den Passagieren eine Entschädigung zu, wenn die Airline mit mindestens drei Stunden Verspätung losfliegt. Doch die Theorie entspricht nicht der Praxis. Zum einen sind manche Regelungen unklar formuliert, zum anderen hält sich längst nicht jede Fluggesellschaft an die seit acht Jahren geltende Verordnung.

Um etwaige Ansprüche gegenüber den Airlines besser durchzusetzen, können sich Passagiere inzwischen an eigens gegründete Portale wenden, die aus der Not ein Geschäftsmodell gemacht haben: Sie fordern Ausgleichszahlungen von den Gesellschaften ein – notfalls vor Gericht.

Doch in welchen Fällen könnte ein solchen Vorgehen erfolgreich sein? Wann genau steht Fluggästen überhaupt eine Ausgleichszahlung zu? Und wie sieht diese aus? Gemeinsam mit dem Verbraucherportal Fairplane.net startet BizTravel heute eine neue Serie. Experten beantworten Leserfragen rund ums Thema Passagierrechte. Haben auch Sie eine Frage? Dann schreiben Sie uns bitte: o.graue@biztravel.de

Die erste Frage beantwortet Dr. Alexander Skribe:

Frage: Ich bin mit Swiss von Hamburg nach Zürich geflogen. Da die Schweiz nicht zum EU-Raum gehört dachte ich, die EU-Verordnung gilt hier nicht. Jetzt habe ich gehört, dass ich doch einen Anspruch auf Ausgleichszahllungen habe. Wie sieht denn die Rechtslage tatsächlich aus?

Dr. Alexander Skribe: Ausgleichsansprüche von Passagieren gegenüber der befördernden Airline regelt seit 2005 die EU-Verordnung Nr. 261/2004. Sie gilt zunächst für alle Flüge, die innerhalb der EU starten. Hat das betreffende Luftfahrtunternehmen seinen Sitz innerhalb der EU, ist das Recht auch für Passagiere anwendbar, die ihren Flug in einem sogenannten Drittstaat antreten und innerhalb der EU landen.

Neben der EU haben aber auch weitere Staaten die Vereinbarung unterzeichnet. Die Verordnung gilt auch für die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Sie findet daher auch auf allen Flügen aus und innerhalb dieser Länder Anwendung. Ihr Flug mit der Swiss von Hamburg nach Zürich erfüllt also alle Voraussetzungen, so dass Sie prinzipiell ausgleichsberechtigt sind.

Da es sich um einen relativ kurzen Flug handelt, stehen Ihnen 250 Euro zu – es sei denn, außergewöhnliche Umstände wie ein Streik oder extreme Wetterbedingungen führten zu der Flugverspätung, der Annullierung oder der Überbuchung.

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