Piloten melden sich krank (Update)

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Air Berlin muss viele Flüge streichen

Fluggäste der insolventen Air Berlin sind erneut von Flugausfällen und Verspätungen betroffen. Grund: Zahlreiche Krankmeldungen von Piloten. Es gibt Streit um die Fernflüge. CEO Winkelmann spricht von einem „Spiel mit dem Feuer“.

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12.09.2017, 08:36 Uhr
Streicht das Air-Berlin-Management die Fernflüge mit Airbus A-330 aus strategischen Gründen? Dies befürchten zumindest nicht wenige Piloten und melden sich deswegen vermutlich krank.
Foto: Air Berlin

Wegen Krankmeldungen zahlreicher Piloten hat Air Berlin kurzfristig Dutzende Flüge abgesagt. Grund für die Ausfälle seien „außergewöhnlich viele Krankmeldungen im Cockpit“, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Airline bat Passagiere, vor der Anfahrt zum Flughafen den Status ihres Fluges unter www.airberlin.com/fluginfo zu prüfen. Reisenden, die von Streichungen betroffen seien, solle die „bestmögliche Reisealternative“ angeboten werden.

„Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für unsere Gäste“, sagte eine Sprecherin. Nähere Angaben zur Zahl der gestrichenen Flüge machte die Fluggesellschaft nicht. An diesem Dienstag dürften rund 100 der geplanten 750 Flüge ausfallen. Unternehmenssprecher Ralf Kunkel spricht von „etwa 200 Krankmeldungen von Piloten“. Bei Air Berlin arbeiten insgesamt knapp 1500 Piloten.

Die „Bild“ hatte zuvor über eine „Piloten-Revolte“ berichtet. Grund dafür soll dem Bericht zufolge eine Auseinandersetzung über den Übergang von Piloten der insolventen Airline auf den potenziellen neuen Käufer sein. In einer internen Mitteilung der Air Berlin, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wählte Oliver Iffert, der den Flugbetrieb steuert, deutliche Worte: „Heute ist ein Tag, der die Existenz der Air Berlin bedroht.“ Für die Verhandlungen mit Interessenten über eine Übernahme von Teilen des Unternehmens seien die Ausfälle „pures Gift“, ebenso für das Ziel, dabei so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.

(Update) „Der heutige Tag kostet uns mehrere Millionen Euro“, teilte Vorstandschef Thomas Winkelmann mit. Ein stabiler Betrieb sei zwingende Voraussetzung dafür, dass die Verhandlungen mit Kaufinteressenten gelingen. Bisher seien die Beschäftigten professionell mit der schwierigen Situation umgegangen. „Das, was wir jedoch heute bei einem Teil der Belegschaft sehen, ist ein Spiel mit dem Feuer.“

 
 
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