Die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank ist weitgehend abgeschlossen. Auch das Travel Management wurde zusammengeführt. Die Fusion lief erstaunlich reibungslos.
Der Straßenname könnte treffender nicht sein. Wer Stefan Diehl, Travel Manager bei der Commerzbank, besucht, muss in Frankfurt am Platz der Einheit vorbeischauen. Angesichts der fast abgeschlossenen Zusammenführung des Finanzinstituts mit der Dresdner Bank genau die passende Adresse. Auch Diehl kann Vollzug melden. Nach dem Kauf der Dresdner Bank vor fast zwei Jahren hat er die Geschäftsreise-Abteilungen der beiden Unternehmen zügig zusammengelegt. Dabei galt es unter anderem, die Reiserichtlinien anzupassen, die Zahl der Online-Buchungsmaschinen zu reduzieren, Verträge mit Leistungsträgern neu auszuhandeln und sich für einen einzigen Reisebüro-Partner zu entscheiden. Hinter all diesen Aufgaben kann Diehl einen Haken setzen.
So werden die Geschäftsreisen der gewachsenen Commerzbank seit Mitte 2009 allein über FCM Travel Solutions abgewickelt. Der Commerzbank-Partner setzte sich gegen den Dienstleister der Dresdner Bank durch. Reibungslos verlief auch die Anpassung der Verträge mit Fluggesellschaften, Hotels und Autovermietern. Durch das erhöhte Volumen konnte er außerdem bessere Preise aushandeln. „Die Anbieter waren gesprächsbereit“, meint Diehl mit einem Augenzwinkern. Kein Wunder bei einem Etat von 42 Mill. Euro!
Wie hoch die Einsparungen ausgefallen sind, verrät er nicht. Die Vorgaben des Konzerneinkaufs, zu dem das Travel Management gehört, dürften ehrgeizig gewesen sein. Schließlich will die Commerzbank bis 2013 durch die Übernahme Synergien in Höhe von 2,2 Mrd. Euro erzielen. Diehl: „Auch der Einkauf muss seinen Teil dazu beitragen.“
Bei der Zusammenführung des Travel Managements beider Geldinstitute ging es allerdings nicht nur um die Kosten. Bei der Anpassung der Reiserichtlinien habe man das „Beste aus beiden Welten zusammengeführt“, sagt Diehl. So dürfen Mitarbeiter auf Fernflügen nach wie vor Business Class buchen, wobei aber auch hier das Best-Buy-Prinzip gilt. Für Bahnfahrten, die länger als drei Stunden dauern, hat er seit vergangenem Sommer außerdem wieder die erste Klasse freigegeben: „Davon versprechen wir uns eine Verlagerung vom Flugzeug auf die Schiene – Stichwort Umweltschutz – und eine produktivere Nutzung der Reisezeit.“
So weit Diehl mit der Integration des Geschäftsreise-Managements in Deutschland schon ist, international hat er noch einiges zu tun. Seit dem Herbst hat immerhin das von FCM Travel Solutions in Frankfurt betriebene West European Service Center seine Arbeit aufgenommen. Hier laufen bisher die Buchungen aus Frankreich, Italien und Spanien ein. Die Beneluxländer werden gerade angebunden. Auch in den USA wird gerade ein solches zentrales Servicecenter eingerichtet. Am 1. April soll es die Arbeit aufnehmen. Weitere Regionen sollen folgen. Ziel ist ein weltweit einheitliches Travel Management – gelenkt und gesteuert vom Frankfurter Platz der Einheit aus.