Lissabon, Porto und die Algarve sind beliebte Ziele. Die Anbindungen von Deutschland sind sehr gut.
Alt und ehrwürdig sind die hohen Mauern aus großformatigen, hellen Steinen. Da passt der ausgelegte knallrote Teppich nicht so wirklich zum Ambiente, aber besondere Anlässe erfordern eben besondere Maßnahmen. Direkt vor dem Teppich machen Reisebusse halt, aus denen viele Damen in Cocktailkleidern und noch mehr Herren in Anzügen steigen. Sie schreiten den Teppich hinunter und biegen rechts ab in das heilige Gemäuer. Plötzlich Stille. Vereinzelt hört man Schritte, aber kein Getuschel. Ein paar Mönche beginnen, in der Mitte des Kirchenschiffs mit ihren tiefen Stimmen leise zu singen. Man kommt zur Ruhe, atmet durch nach einem langen Tagungstag in Lissabon.
Wer die Kirche zur anderen Seite verlässt, sieht im Innenhof des Hieronymus-Klosters zig runde Tische aufgebaut, alle piekfein gedeckt, die Stühle mit weißen Hussen überzogen. Überall wuseln Kellner herum, servieren Häppchen und Champagner, eine Jazzband sorgt für musikalische Untermalung, während die Abendsonne träge in den Innenhof scheint. So sieht es aus, wenn Portugiesen der Welt zeigen wollen, wie man in ihrem Land eine Tagung für 600 Menschen stilvoll ausklingen lässt.
Zugegeben, nicht jede Firmenveranstaltung findet in dieser Größenordnung statt und ist auch nicht mit einem schier unendlichen Budget ausgestattet. Aber dieses auf Kosten des portugiesischen Staats organisierte Bankett – dargeboten im Mai anlässlich eines Treffens von Touristikern – zeigt, welche Möglichkeiten Lissabon auffahren kann, um seinen Gästen Außergewöhnliches zu bieten.
Auch deshalb ist die Hauptstadt im Verbund mit den nahe gelegenen Küstenorten Estoril und Cascais vor der Algarve und Porto die Tagungsdestination Nummer eins in Portugal. „Man kann dort am meisten unternehmen“, sagt Oliver Zahn, dessen örtliche Agentur Portimar Veranstaltungen für deutsche Firmen in Portugal organisiert.
Zudem ist das Flugangebot nach Lissabon inzwischen sehr gut: Von Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München und Stuttgart aus gibt es ohnehin schon Direktflüge. Ab Mitte September verbindet die staatliche Fluggesellschaft TAP Portugal zweimal täglich Hamburg mit Lissabon. Und rund um die Tagung lässt sich ein buntes Programmpaket schnüren. Etwa mit Golf, Städtetouren, Architektur, Museen oder Ausflügen an den Atlantik.
Aber auch die Südküste des Landes etabliert sich jenseits der Hauptreisezeiten verstärkt zum Tagungsziel. „Die Algarve wird meist wegen des milden Klimas ausgewählt“, sagt Zahn. Das Rahmenprogramm für Firmenkunden konzentriert sich auf Bootsfahrten, Jeepsafaris im Hinterland sowie Golf, das im ganzen Land einen hohen Stellenwert genießt. In Porto schließlich bieten sich Ausflüge in Weinkellereien an – hier lagert der köstliche Portwein.