Die Geschäftsreisekette Carlson Wagonlit Travel (CWT) legt ihre Preisprognose für das kommende Jahr vor. Danach verteuert sich Lateinamerika am stärksten, Europa am wenigsten.
Nick Vournakis, Chef der CWT eigenen Unternehmensberatung, bringt die entscheidende Botschaft für Firmenkunden auf den Punkt: „In den meisten Regionen der Welt dürfen Reiseeinkäufer zähe Verhandlungen erwarten, zumal die Komplexität in der Branche wächst.“ Denn in einigen Teilen der Welt bleibe die Wirtschaftslage unsicher, in anderen kehre die Unsicherheit wieder zurück. Travel Manager stellen sich die große Frage: Wo wird es teurer, wo günstiger? Der „Travel Price Forecast 2012“ gibt mögliche Antworten auf die globalen Preisentwicklungen für Flüge, Hotels, Mietwagen, Bahn sowie Meetings und Events.
Insgesamt erwarten die Experten von CWT einen besonders hohen Preisanstieg für die Länder Lateinamerikas. In Europa dürften sich die Tarife etwas moderater entwickeln. Die Regionen und Bereiche im Einzelnen:
Für Lateinamerika rechnet CWT für 2012 mit Preissteigerungen bei Flügen von etwa 5,8 Prozent. In Kolumbien könnten es sogar bis zu 11,4 Prozent werden. Die durchschnittlichen Hotel-Tagesraten werden in Lateinamerika in der ersten Jahreshälfte voraussichtlich um neun bis 11,8 Prozent zulegen, in der zweiten Jahreshälfte sogar um 10,1 bis 12,2 Prozent. In Brasilien werde der Hotelpreis mit einem Plus von 24 Prozent im ersten Halbjahr und bis zu 34 Prozent im zweiten deutlich über dem Durchschnitt liegen.
In Europa, im Nahen Osten und Afrika sind aufgrund der schwachen Wirtschaftslage insgesamt niedrigere Preissteigerungen zu erwarten. CWT prognostiziert für die Flugpreise in der Region EMEA ein Wachstum von 2,1 bis 3,7 Prozent. Die durchschnittlichen Hotel-Tagesraten in der Region werden 2012 nur leicht steigen: um 0,2 bis 0,9 Prozent im ersten Halbjahr und um 0,1 bis 0,8 Prozent während der zweiten Hälfte. Mehr Schwankungen könnten die Tarife für Mietwagen und Hochgeschwindigkeits-Züge ausgesetzt sein. Für die Bahn geht CWT von einem Preiszuschlag von 3,6 bis 4,2 Prozent aus, bei Mietwagen von einer Senkung um 1,9 Prozent bis zu einer Steigerung um 2,9 Prozent. Günstiger wird es womöglich für Event- und Kongressveranstalter. Die Kosten pro Teilnehmer könnten um fünf bis sechs Prozent fallen.
In Nordamerika, Ausnahme Kanada, ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor angespannt. Preiserhöhungen sind dennoch laut CWT nicht ausgeschlossen. Die Flugpreise könnten um 3,5 bis 4,1 Prozent steigen, da sich die Airlines auch bei steigender Nachfrage einer strengen Kapazitätsdisziplin unterwerfen. Für die durchschnittlichen Hotel-Tagesraten erwartet CWT eine Steigerung um 2,4 bis 3,1 Prozent im ersten Halbjahr 2012 und eine Erhöhung um 2,6 bis 3,4 Prozent in der zweiten Jahreshälfte. Entspannung ist dagegen auf dem Mietwagenmarkt angesagt. Die Raten könnten 2012 zwischen einem und 2,5 Prozent fallen. Der Bereich Meetings und Events wird sich weiter kontinuierlich erholen: Die Gruppen werden größer, die Preise steigen entsprechend pro Teilnehmer um 5,5 bis 6,5 Prozent.
Die Region Asien und Pazifik wächst weiter, die Preise steigen aber verhältnismäßig leicht an. CWT erwartet für die Flugpreise eine Steigerung von 3,1 bis 3,8 Prozent. Bei den Hotel-Tagesraten ist die Lage in derRegion etwas komplizierter: Die Geschäftszentren verzeichnen zwar derzeit die höchsten Belegungsraten der Welt, was Reisende auch weiterhin vor die Herausforderung stellt, ein freies Zimmer zu finden. Dennoch steigen die Raten aufgrund des stark erhöhten Angebots so gut wie gar nicht. Im ersten Halbjahr könnte allenfalls eine leichte Preissteigerung von 2,1 Prozent möglich sein. Die Mietwagentarife bleiben 2012 relativ unverändert mit einer Spanne von 1,7 Prozent Senkung bis 3,9 Prozent Steigerung in Australien und Neuseeland.
Der vollständige „Travel Price Forecast 2012“ steht unter carlsonwagonlit.de zum Herunterladen zur Verfügung.