Reise-Souvenirs

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Wer hat’s erfunden?

Schneekugel, Kühlschrankmagnet, Kuckucksuhr & Co: Wem haben wir eigentlich beliebte Mitbringsel wie diese zu verdanken?

von Oliver Graue, 17.07.2017, 10:00 Uhr
Schneekugel: Ein Odenwälder hatte 1950 die Idee – als er mit seinem Auto in Schneewehen stecken blieb.
Foto: Digital Vision

Schuld war eine kalte Winternacht 1950, mitten im Odenwald: Weil Bernhard Koziol mit seinem VW-Käfer in einer Schneewehe stecken blieb, kam ihm die Idee zur Schneekugel. Denn als Koziol durch das ovale Rückfenster des Wagens sah, blickte er auf eine idyllische Szenerie: den ganz in Weiß gehüllte Tannenwald und davor drei Rehe, auf die sanft Schneeflocken rieselten. Ein Traum, den man mit nach Hause nehmen muss!

Noch heute, 67 Jahre später, produziert das damals von Koziol gegründete Unternehmen die weltbekannten Schneekugeln – nach wie vor mit Odenwälder Quellwasser, jedoch in weitaus mehr Variationen als derjenigen mit den Rehen.

Die Schneekugel gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Reisemitbringseln. Auch deshalb, weil es sie fast überall gibt. Da ihren Motiven keine kreativen Grenzen gesetzt sind, ist die Kugel an jedem Ort der Welt zu vermarkten. Ob es auf den Kölner Dom, auf den Eiffelturm oder auf die Oper im australischen Sydney schneit, spielt keine Rolle.

30.000 Kühlschrankmagneten

Und wer hat’s erfunden? Nicht nur mit der Schneekugel gelang den Daniel Düsentriebs der Reisebranche ein Erfolg. Ähnliches gilt für ebenso universell einsetzbare Souvenirs wie Ansichtskarten oder Kühlschrankmagneten.

Letzterer wurde erst 2570 Jahre nach der Entdeckung des Magnetismus geboren. Kein Wunder: Als sich um 600 vor Christus der griechische Philosoph Thales von Milet mit dem Magnetismus beschäftigte, gab es noch keine Kühlschränke. Das Patent auf bunt kartonierte Dekorationsmagnete sicherte sich erst 1970 der US-Amerikaner William Zimmermann aus St. Louis (Missouri).

Die weltweit größte Kühlschrankmagneten-Sammlung hat übrigens die Amerikanerin Luise J. Greenfarb aus Henderson (Nevada) zusammengetragen. Sie soll mehr als 30.000 Exemplare enthalten. Dicht auf den Fersen ist ihr freilich der Autor dieser Zeilen, der schon 300 Magneten sein Eigen nennt. Mindestens!

Bei der Ansichtskarte ist die Sache komplizierter. Wer wann genau den ersten Bildergruß auf die Reise schickte, weiß man nicht. Wikipedia verrät, dass der französische Kupferstecher Demaison 1777 solche Karten gedruckt haben soll. Und als in England 1840 die Briefmarke eingeführt wurde, fand sich diese schnell auf umschlagfreien Pappkartons wieder. Für die angeblich erste britische Karte zahlte ein Sammler im Jahr 2002 umgerechnet mehr als 51.000 Euro. Die erste deutsche Ansichtskarte wiederum trug die Post 1866 aus – eine Einladung zur Treibjagd.

Deutsche schreiben gern viel

Dass trotz Whatsapp & Co nach wie vor Karten als Urlaubsgruß verschickt werden, das versichert Boris Hesse, Chef des Ansichtskarten-Marktführers Schöning in Lübeck. Immerhin 900 deutsche Orte finden sich im Portfolio seines Unternehmens – vor zehn Jahren waren es allerdings noch 1200. Am beliebtesten sind Mehrbildkarten: 80% der verkauften Exemplare zeigen die Reisedestination in ihrer ganzen Vielfalt. Und: „Die Deutschen schreiben gern recht viel auf ihre Ansichtskarten“, sagt Hesse. „Mancher wird dabei sogar zum Dichter und wählt seine Worte in jedem Fall sorgfältiger als bei Whatsapp“.

Blieb noch ein typisch deutsches Souvenir: die Kuckucksuhr, nach wie vor eines der beliebsten Deutschland-Mitbringsel asiatischer und amerikanischer Touristen. Sie dürfte bereits um die 300 Jahre alt sein. Zumindest ist 1619 eine solche Uhr in die Sammlung des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen gelangt. Wer im Schwarzwald die Nummer 1 war, darüber streiten sich die Experten. Fest steht nur: Irgendwann um 1730 dürfte der erste Kuckucksschrei ausgestoßen worden sein.

Ein letztes Mibringsel wollen wir nur streifen – die Kotztüte. Oder feiner ausgedrückt: den Spuckbeutel. Erfunden wurden er bereits in der Frühzeit der Fliegerei. Und bei manchen Geschäftsreisenden gehört er inzwischen zu einem beliebten Mitbringsel oder Sammelobjekt, zumindest dann, wenn er das Logo der Fluggesellschaft enthält. Eines gilt jedoch immer: Ins Album klebt man ihn unbenutzt.

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