Reisekostenreform

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Die Snack-Debatte

Mahlzeiten an Bord müssen sich Geschäftsreisende ab 2015 als Sachbezugswerte anrechnen lassen. Doch ab wann ist eine solche Mahlzeit eine Mahlzeit?

von Oliver Graue, 12.12.2014, 09:00 Uhr
Cracker bleiben weiterhin abzugsfrei.
Foto: Thinkstock

Beraterin Andrea Zimmermann ist unzufrieden. „Diese Formulierungen sind unglücklich und interpretierbar. Das führt zu Unsicherheit“, sagt die btm4u-Inhaberin mit Blick auf ein neues Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) zur Reisekostenreform. Grundsätzlich schafft das 62-Seiten-Papier zu vielen Fragen der Reform Klarheit, beispielsweise bei der Definition der ersten Tätigkeitsstätte (auch Baucontainer und mehrere ortsfeste Einrichtungen auf einem Gelände zählen als solche). Nur in einem Punkt gibt es neue Unschärfe – nämlich bei der Snack-Regelung.

Diese sieht vor, dass auch „Snacks“ im Flugzeug als „vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Mahlzeiten“ gelten. Sprich: Reisende müssen hierfür die Pauschbeträge für Mahlzeiten von 4,80 Euro (Frühstück) oder 9,60 Euro (Mittag- oder Abendessen) abziehen. Das Problem: Der Begriff „Snack“ wird nicht näher definiert. Groß war daher zunächst die Sorge, das BMF könnte damit auch die Erdnuss- oder Chipstüte meinen, „zumal deren Hersteller diese als Snacks bezeichnen“, so Andrea Zimmermann. Nach Gesprächen mit dem BMF hat sich diese Befürchtung weitgehend erledigt: „Die Kürzung erfolgt nur, wenn es sich beim Angebot an Bord um etwas handelt, das tatsächlich eine Mahlzeit ersetzen kann, also etwa belegte Brötchen.“ Die Frage, wann ein Brötchen tatsächlich satt macht (Größe, Uhrzeit), sollten Firmen in jedem Fall mit ihrem zuständigen Betriebsstättenfinanzamt klären.

Nur Aufmerksamkeit, aber keine Mahlzeit

Bei Inlands- und Europa-Flügen in der Economy Class dürfte die Snack-Regelung daher normalerweise nicht greifen, das heißt, die hier gereichte Aufmerksamkeit gilt nicht als Mahlzeit. Etwas schwierig dürfte es nur werden, bei Interkontflügen (Zeitverschiebung!) abzuwägen, ob es sich um Frühstück, Mittag- oder Abendessen handelt. Andrea Zimmermann, die Bausteine für Reiserichtlinien anbietet, empfiehlt, in diesen klare Vorgaben zu machen.

Beispiele für Reiserichtlinien

Dazu zählt die allgemeine Festlegung, dass Mahlzeiten in Verkehrsmitteln anzugeben sind – auch dann, wenn die Mahlzeit in Rechnung oder Buchungsbestätigung nicht separat ausgewiesen wird und unabhängig davon, ob der Reisende das angebotene Essen tatsächlich verzehrt hat. Als Beispiel für eine Mahlzeit an Bord laut BMF ließen sich in den Richtlinien belegte Brötchen, Obst und Kuchen nennen.

Für den Abzug sollte der btm4u-Chefin zufolge gelten: Ersetzt ein Essen eine Mahlzeit, so muss der Reisende kürzen. Welche Mahlzeit dadurch ersetzt wird, definiert die Uhrzeit. Für Langstreckenflüge sollte festgelegt werden, dass etwa bei einem 14-Stunden-Flug mit Abflug am Morgen Frühstück, Mittag- und eventuell Abendessen zählen; bei Abflug am Mittag ein Mittag- und Abendessen; bei Abflug am Abend ein Abendessen und Frühstück. Und: Kuchen am Nachmittag oder Müsliriegel, Rosinenbrötchen oder Chips gelten nicht, da sie keine Mahlzeit ersetzen.

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