Reisemanagement und Eventplanung

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So beugen Sie Korruption vor

Bestechungsgefahr lauert auch im Event-Bereich. Manche Firmen schlagen mit Compliance-Richtlinien jedoch über die Stränge und schaden damit der Branche.

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von Oliver Graue, 26.03.2012, 09:00 Uhr
Schmiergeld ist keine Bagatelle: Neue und schärfere Gesetze gegen Korruption treffen auch den Mittelstand.
Foto: Gettyimages

Für Ergo war es ein Fiasko. Als voriges Jahr bekannt wurde, dass die Firmentochter Hamburg-Mannheimer auf einer Incentive-Reise 2007 in Budapest für Prostituierte bezahlt hatte, verbuchte der Versicherungskonzern einen riesigen Imageverlust. Mindestens 500 Ergo-Kunden kündigten sogar direkt ihre Verträge.

Experten sprechen mit Blick auf die Budapester Sex-Sause von Non-Compliance: Verstöße gegen Gesetze und Regeln, die erstens dem Ansehen der Firmen schaden. Und die zweitens gegen Recht, Gesetz und Kodize verstoßen. Vorgänge wie die Ergo-Incentive-Tour gehören ebenso dazu wie Bestechung, Bilanzfälschung oder Betrug. Konzerne wie Siemens, Eon oder SAP wurden wegen Fehlverhaltens zu Strafen in Höhe mehrerer Hundert Millionen Euro verurteilt. Und der deutsche Knopfhersteller Prym ging nur deshalb nicht pleite, weil die EU eine Kartellstrafe von 40,5 auf 15,5 Mill. Euro reduziert hatte.

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Business Travel mit Beichtvater

Ergo zog Konsequenzen. „Wir haben noch einmal unseren Verhaltenskodex, also unsere Spielregeln, verschärft“, sagte Vorstandschef Torsten Oletzky im Juni 2011: „Der Kodex wird nun schriftlicher Bestandteil der Verträge auch mit unseren Außendienstmitarbeitern. Und für Beschwerden gibt es einen externen Beichtvater, an den sich Mitarbeiter anonym und ohne Angst wenden können.“

Die Öffentlichkeit ist hellhörig, der Gesetzgeber aktiver denn je. „Das Thema Compliance, also die Einhaltung von Verhaltensrichtlinien, wird immer wichtiger“, schreibt Sabrina Keese, Autorin des Buches „Aktenzeichen Einkauf “. „Zugleich jedoch“, so stellt die Mitarbeiterin von Kerkhoff Consulting fest, „werden nur selten adäquate institutionelle Vorkehrungen getroffen. Beispielsweise nur jedes siebte Unternehmen unter 250 Mill. Euro Umsatz hat ein Managementsystem, mit dem sich Compliance-Risiken erkennen und beherrschen lassen.“

 
 
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