Reiserechtsspezialist zur Air-Berlin-Insolvenz

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Tickets möglichst schnell nutzen

Reiserechtsspezialist Prof. Hans-Josef Vogel rät Passagieren, die bereits langfristig Tickets für Air Berlin erworben haben, diese möglichst schnell zu nutzen. Gesammelte Topbonus-Meilen lassen sich derzeit nicht mehr einlösen.

von Oliver Graue, 21.08.2017, 10:03 Uhr
Rechtsanwalt Prof. Dr. Hans-Josef Vogel hat sich auf das Reiserecht spezialisiert.
Foto: Privat

Immer deutlicher zeigt sich: Ob beispielsweise Firmenkunden noch auf Erfüllung bestehender Verträge mit Air Berlin bestehen können, ist höchst fraglich. Grundsätzlich verlieren Ansprüche aus Verträgen zwar „erst mit Insolvenz-Eröffnung ihre Durchsetzbarkeit“, erklärt Rechtsanwalt Prof. Dr. Hans-Josef Vogel (Kanzlei Beiten Burkhard). „Es ist aber theoretisch denkbar, dass Air Berlin die Erfüllung verweigert, da es sich um eine bloße Insolvenz-Forderung handelt, die nach Insolvenz-Eröffnung zur Aufnahme in die Insolvenz-Tabelle angemeldet werden kann.“ Erbringe Air Berlin die vereinbarte Leistung dennoch, könne sogar Gläubiger-Benachteiligung vorliegen.

Das gilt im Übrigen auch für die Einlösung gesammelter Punkte aus dem Firmenförder-Programm. Air Berlin muss etwaige Gratisflüge nun nicht mehr vergeben, es handelt sich um eine reine Insolvenz-Forderung. Die Aussicht, dass es dafür Geld zurück gibt, dürfte allerdings extrem gering sein.

Topbonus-Meilen nicht mehr gültig

Etwas anders verhält es sich beim privaten Meilenprogramm Topbonus. Dieses gehört nicht Air Berlin, sondern ihrer früheren Anteileignerin Etihad. Zwar könnte es damit sein, dass die Punkte an sich nicht verfallen – für Flüge oder Upgrades bei Air Berlin sind sie momentan aber nicht einzulösen. Auch Sammeln ist unmöglich. Denn wäre dies der Fall, läge auch hier möglicherweise ein Fall von Gläubiger-Benachteiligung vor.

Und für bereits gekaufte Tickets gilt: Bis zum Ablauf der Überbrückungszeit des Bundeskredits im November dürfte ihre Nutzung kein Problem sein. Von einer Stornierung solcher Flugscheine rät Hans-Josef Vogel dringend ab: „Air Berlin wird das Entgelt dafür voraussichtlich nicht erstatten.“ Deutlich problematischer sieht es bei Tickets aus, die erst nach November gelten, die also langfristig gebucht wurden. Dabei handelt es sich um eine bloße Insolvenz-Forderung. Vogel empfiehlt: „am besten auf früher umbuchen und möglichst viel abfliegen!“

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