Reisesicherheit

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Worauf Sie im Hotel achten sollten

Gestohlener Laptop, Sturz im Treppenhaus, versperrter Fluchtweg: Gefahren drohen Geschäftsreisenden auch in ihrer Unterkunft. Einige simple Tricks helfen, diese zu minimieren.

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von Manuel Weller, 06.05.2015, 09:00 Uhr
Notausgänge sollten sich Geschäftsreisende einprägen.
Foto: Shutterstock

Ein plötzlicher Knall, ein lauter Schrei, gefolgt von trommelndem Kugelhagel – eine Szene wie aus einem Alptraum. Doch Ereignisse wie der Terroranschlag auf das Marriott-Hotel in der indonesischen Hauptstadt Jakarta 2003 oder die Anschlagsserie in der indischen Großstadt Mumbai (Bombay) 2008 zeigen, dass derartige Extremsituationen nicht in die Welt der Schauermärchen gehören. Leider können sie zur brutalen Realität werden. Erst vor wenigen Woche beispielsweise starben mehrere Menschen bei einem Anschlag islamistischer Terroristen auf ein Luxushotel in der libyschen Hauptstadt Tripolis.

Die Angst vor Terrorattacken ist groß – auch bei Geschäftsreisenden. Dabei sind laut Statistik weniger als zwei Prozent aller Reisenden davon betroffen. Es geht aber um mehr als Terror: Im und um das Hotel lauern etliche weitere Gefahren, welche schnell zum Ende einer Geschäftsreise führen können. Was können Unternehmen und Reisende tun, um die Sicherheit ihrer Hotelaufenthalte zu erhöhen?

Einheitliche Sicherheitsstandards, an denen man sich weltweit orientieren könnte, existieren im Hotelgewerbe nicht. Wichtig bei der Wahl der Unterkunft sind daher einige goldene Regeln und vor allem sehr viel gesunder Menschenverstand. In jedem Fall gilt: Für Hochrisiko-Regionen muss die Reiserichtlinie ein besonderes Genehmigungs- und Vorbereitungsprozedere vorschreiben. Kein Reisender sollte „einfach so“ ein Land buchen können, vor dem das Auswärtige Amt ausdrücklich warnt oder in dem es zur Vorsicht rät.

Die sichersten Hotel-Etagen

Trotz seiner geringen Eintrittswahrscheinlichkeit sollte man die Gefahr eines terroristischen Anschlags durchaus im Auge haben – nicht nur in riskanten Staaten. Grundsätzlich gilt: Finden in einem Hotel oder in dessen direktem Umfeld Großveranstaltungen wie Versammlungen oder Konferenzen statt, kann dies das Risiko eines Terroranschlags erhöhen. Manche Firmen meiden in Risikoländern grundsätzlich amerikanische und europäische Hotelketten – sie stellen stets potenzielle Anschlagsziele dar. Auf Komfort muss man deshalb nicht verzichten: Renommierte inländische Hotelketten mit hohen Sicherheitsstandards können eine geeignete Alternative bieten.

Vorsicht auch bei der Auswahl des richtigen Hotelzimmers! Eine Faustregel besagt: Wählen Sie stets ein Zimmer auf einer der Lobby oder der Straße abgewandten Seite zwischen dem zweiten und siebten Stock. Der Grund: Einerseits sind Sie hier vor möglichen Terroranschlägen weitgehend sicher, andererseits bleibt Ihr Zimmer im Brandfall für die Feuerwehr erreichbar. Ein Tipp für weibliche Geschäftsreisende: Einige Hotelketten bieten spezielle Frauenzimmer an, welche besonders hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen und möglichst kurze Flucht- und Rettungswege bieten. Nutzen Sie das!

Hotelsafe statt Zimmersafe

Ob der klassischer Taschendiebstahl in der Lobby oder der Einbruch ins Hotelzimmer: Gemäß einer Studie werden etwa sechs Prozent aller Geschäftsreisenden in ihrer Unterkunft bestohlen. Denn Kriminelle haben in Hotels nicht selten leichtes Spiel. Bereits beim Check-in sollte man sein Gepäck nicht aus dem Auge verlieren: Ehe man sich versieht, haben im Trubel der Hotellobby das Portemonnaie, die Handtasche oder gleich das gesamte Reisegepäck den Besitzer gewechselt. Besonders ärgerlich, wenn sich unter dem Diebesgut wichtige Reisedokumente oder vertrauliche Unterlagen befinden!

Weisen Sie Ihre Reisenden darauf hin, nur solche Wertgegenstände mitzunehmen, die sie unbedingt benötigen – teurer Schmuck oder Hightech-Geräte gehören meist nicht dazu. Bargeld und Wertsachen sollten immer an einem sicheren Ort ruhen und niemals im Hotelzimmer offen herumliegen. Dabei bietet der hoteleigene Safe meist einen größeren Schutz als der Zimmersafe. Reisedokumente wie der Reisepass allerdings haben auch in einem Hotelsafe nichts verloren, sondern sind stets am Körper zu tragen. Besser: eine Sicherheitskopie für den Verlustfall hinterlegen.

Viele Fälle zeigen: Auch im Hotelzimmer ist das eigene Hab und Gut nicht unbedingt sicher. Insbesondere offene Balkon- oder Terrassentüren, aber auch Durchgangstüren zu benachbarten Zimmern werden Reisenden immer wieder zum Verhängnis. Dabei schlagen die Täter nicht nur in der Abwesenheit eines Hotelgastes zu. Besonders dreiste Diebe rauben nachts ihre schlafenden Opfer aus. Wird die Straftat bemerkt, sind die Täter längst über alle Berge.

Manch eine Gefahrensituationen lässt sich im Vornherein vermeiden. So empfiehlt es sich, den Notfallplan (klebt meist innen an der Zimmertür) direkt nach dem Bezug des Raums zu studieren. Sicherheitsbewusste Reisende gehen sogar einen Schritt weiter und vergewissern sich, dass der vorgesehene Fluchtweg frei von sperrigen Gegenständen oder verschlossenen Türen ist. Ein Trick: Prägen Sie sich die Anzahl der Türen auf dem geplanten Fluchtweg ein. So können Sie auch bei schlechter Sicht sicherstellen, dass Sie im Ernstfall nicht die Orientierung verlieren. Eine Fluchtalternative kann zudem zum Lebensretter werden, wenn der eigentliche Fluchtweg nicht mehr passiert werden kann.

 
 
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