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Achtung, hier gruselt's!

Ob aus mystischen, natürlichen oder von Menschenhand gemachten Gründen: Manche Regionen der Welt scheinen verflucht, sind wenig verlockend. Oder doch? Vielleicht sogar gerade deshalb?

von Oliver Graue, 18.04.2016, 09:00 Uhr
Gruselig: Ruine in den Pyrenäen.
Foto: Thinkstock

Ein MICE-Trip auf den Mount Everest, auf den Mars oder gar nach Nordkorea: Bis solche Optionen Wirklichkeit wird, dürften noch sehr viele Jahre vergehen. Dabei muss, wer nach mysteriösen Destinationen sucht, gar nicht so weit reisen – schon auf der Erde wird man fündig. Denn unheimliche, unselige Orte gibt es reichlich. Seien diese dank menschlicher Vorstellungskraft verwunschen (Bermuda-Dreieck), seien sie von Natur aus eigentlich unbewohnbar, oder seien sie von Menschenhand zu lebensfeindlichen Regionen gemacht: Olivier Le Carrer hat einen „Atlas der unheimlichen Orte“ geschrieben, der so manchen MICE-Planer zu außergewöhnlichen Trips inspirieren könnte. Eines haben alle Reiseziele gemeinsam: Den Teilnehmern bleiben sie unvergesslich.

Dem Tode geweiht

Wie etwa wäre es mit einem Abstecher ins französische Pyrenäen-Gebirge, genauer gesagt zur Burg Montségur? Die Legende besagt, dass derjenige, der vom schmalen Pfad hinauf zu den Ruinen abkommt, dem Tode geweiht ist. Einst (1244) zogen von der Burg – von den Eroberern „Synagoge des Satans“ genannt – die letzten 225 Katharer freiwillig zum Scheiterhaufen, weil sie nicht bereit waren, ihrem Glauben zugunsten des katholischen abzuschwören. Im Auftrag des NS-Regimes haben hier, unweit von Andorra, deutsche Wissenschaftler nach dem Heiligen Gral gesucht.

Apropos NS-Regime: Auch eine deutsche Stadt hat es geschafft, in den Atlas der unheimlichen Orte aufgenommen zu werden. In Nürnberg fanden einst die großen Nazi-Paraden statt, die Massenaufmärsche mit vielen Tausend Soldaten. In der „deutschesten aller deutschen Städte“ hätten nach Hitlers Wunsch für immer und ewig die Olympischen Spiele stattfinden sollen, in einem Stadion mit Platz für 400.000 Menschen. Malerisch ist an der Stelle der Aufmärsche heute nichts mehr – im Gegensatz zum übrigen Nürnberg.

Oder doch lieber Afrika? Vielleicht in den Kasanka-Nationalpark in Sambia? Man sollte die letzten Oktobertage wählen, denn dann lässt sich in dem Park Alfred Hitchcock live erleben. Nur dass es sich statt um Vögel um Flughunde handelt, die zu Millionen einfallen und sich nach wenigen Wochen schon wieder auf den Rückweg machen. Wohin? Weiß niemand. Den Menschen sollen diese Tierchen übrigens nichts tun, schreibt Le Carrer. Allerdings locken die Flughunde auch Krokodile an, die sich in ihnen wiederum einen Leckerbissen versprechen.

Einen anderen Ort hingegen sollte man besser meiden, wenn dieser den Gipfel seiner Unheimlichkeit erreicht: Sollte jemals der Vulkan Cumbre Vieja auf der Kanareninsel La Palma ausbrechen, sagen Experten einen Mega-Tsunami voraus. Gut 500 Mrd. Tonnen Gestein sollen dann in den Ozean krachen, und dieser würde sich derart aufbauschen, dass selbst Marokko, Spanien, die Bretagne, England und Irland noch etwas davon hätten. Dass dieses Szenario als äußerst unwahrscheinlich gilt, sollte nicht stören.

Klassisch schließlich wäre eine Reise ins Reich der ungelösten Rätsel, ins Bermuda-Dreieck. In der Region sollen mindestens 80 Flugzeuge und 190 Schiffe auf Nimmerwiedersehen verschwunden sein. Ein Fluch? Außerirdische? Methangas-Eruptionen? Dass für die weitaus meisten Ereignisse Erklärungen gefunden wurden und statistisch in der Region nicht mehr passiert als anderswo, sollte nicht von der Tatsache ablenken, dass im Bermuda-Dreieck alles verschwindet. Inzwischen vor allem Steuergelder: Die Inseln nahe der Region sind, so Le Carrer, zur „Schweiz des Atlantiks“ geworden.

Buchtipp

Olivier Le Carrer: Atlas der unheimlichen Orte – eine düstere Reise um die Welt.
Erschienen bei Frederking & Thaler, 136 Seiten, Preis: 29,99 Euro. Insgesamt stellt Le Carrer 40 unselige Orte vor, von denen jeder auf einer alten Land- oder Seekarte verortet wird. Knappe Texte, amüsant geschrieben, schön gestaltet!

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