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Russland

20.06.2008, 14:00 Uhr

Reise-Knigge für die Russische Föderation

Wer sich mit den Gepflogenheiten in Russland nicht auskennt, kann schnell beim Gastgeber in Ungnade fallen.

Folklorepuppe Matroschka: Wer in Russland Erfolg haben will, sollte ein Gespür für die russische Seele entwickeln.
Foto: iStockphoto

Klar, den Service-Gedanken haben die Russen nicht gerade erfunden. Brummig, barsch und bärbeißig kommen Iwan und Olga oft daher, aber es lohnt sich, den weichen Kern hinter der harten russischen Schale zu suchen: Aufgeschlossenheit, Gastfreundschaft und ausgelassenen Humor. Doch was gilt es in Moskau und Sankt Petersburg an Benimmregeln zu beachten?

Schon manche ausländische Business-Frau reagiert verschnupft, wenn ihr Gegenüber die ausgestreckte Hand nicht schütteln wollte. Begrüßung per Handschlag ist in Russland nur unter Männern üblich. Es wird als unhöflich empfunden, wenn emanzipierte Frauen Weinflaschen entkorken, in Anwesenheit von Männern schwere Taschen tragen oder bei einem Treffen die Rechnung bezahlen. Was Geschäftsreisende sonst im Land des Rubels beachten sollten:

Regeln für Russland

Visitenkarten: Der Austausch von Visitenkarten (auf Russisch, Deutsch oder Englisch) ist üblich und zu empfehlen. Russen verwenden oft auffällig gestaltete
mehrfarbige Visitenkarten.

Grüßen: Ein freundlicher Gruß ist immer angebracht, beispielsweise auch im Wartesaal von Ärzten. Die berühmte russische Umarmung mit Küssen gilt nur bei Verwandten und engen Freunden.

Tabus: Technische Unterschiede zwischen dem Westen und Russland sollten nicht erwähnt werden. Vorsicht auch mit Äußerungen zur Politik.

Einladung: Man sollte niemals eine Einladung zum Essen oder zum Trinken ausschlagen.

Sitten: Schuhe werden beim Betreten von Wohnräumen immer an der Schwelle ausgezogen. Oft stehen Hausschuhe bereit, in die man schlüpfen kann.

Aberglaube: Man sollte dem Gegenüber niemals die Hand auf der Türschwelle geben, das bringt Unglück. Montag, der 13. gilt übrigens als Unglückstag.

Essen: Mahlzeiten werden reichlich aufgetischt. Brot wird gebrochen und mit Butterstückchen belegt. So lange der Teller leer gegessen wird, wird immer wieder
nachgelegt. Trinksprüche müssen erwidert werden. Gern wird ex getrunken, wer nicht mitmacht, gilt als unhöflich.

Wodkatrinken: Bei ersten Erfolgen im Verhandlungsgespräch wird Wodka gereicht. Das Getränk sollte nicht abgelehnt werden, das gilt als extrem unhöflich.

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