Safe-Harbor-Urteil

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Travel Manager handeln nicht

Nach dem gerichtlichen Aus für das Datenabkommen mit den USA drohen Reisebüros ab Februar Strafen. Travel Manager sehen bislang jedoch keinen Handlungsbedarf.

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28.01.2016, 17:26 Uhr

Die Übermittlung personenbezogener Daten in die USA nur aufgrund einer generellen Prüfung des Datenschutz-Niveaus und einer entsprechenden Erklärung reicht nicht: Das entschied der Europäische Gerichtshof im Herbst vergangenen Jahres. Er kippte das bis dahin viele Jahre gültige Safe-Harbor-Abkommen. Mit unangenehmen Folgen rechneten Experten damals vor allem für solche Geschäftsreise-Dienstleister, die ihren Sitz in den USA haben oder dort ihre Kundendaten aufbewahren.

Tatsächlich hat das Urteil bislang kaum einen Travel Manager dazu bewogen, in Sachen Datenschutz umzudenken oder Anbieter auszutauschen. Das ergab jetzt eine Umfrage der Londoner Business Travel Show unter europäischen Travel Managern. Auf die Frage, ob das Safe-Harbor-Verbot Auswirkungen auf ihr Handeln gehabt habe, antworten 43 Prozent der Befragten klar mit „nein“. Weitere 16 Prozent gaben an, sich mit dieser Thematik bislang nicht beschäftigt zu haben.

Weitere 11 Prozent sehen die Klärung dieser Problematik als Aufgabe ihres Geschäftsreisebüropartners, und ebenfalls 11 Prozent konnten mit dem Begriff „Safe Harbor“ nichts anfangen. Demgegenüber erklärten nur 19 Prozent, an einer neuen Lösung zu arbeiten. Grundsätzlich dürften dem Gerichtsurteil zufolge wegen der lockeren Datenschutzbestimmungen in den USA keine Buchungsdaten deutscher Reisender mehr auf US-Server gelangen. Sämtliche Dienstleister müssten daraufhin abgeklopft werden.

Auch andere Umfragen hatten zuvor ergeben, dass in der Praxis Verwirrung über das Urteil herrscht, da die meisten Unternehmen nicht wissen, ob sie davon betroffen sind oder nicht. In welchem Land die Daten-Server ihrer Anbieter stehen, dürften tatsächlich nur sehr wenige Firmen wissen. Auch Betriebe, die ihre Daten an US-Leistungsträger weitergeben, können in aller Regel nicht sagen, ob sie die Vorgaben des EU-Gerichts erfüllen oder nicht.

 
 
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