Sicherheit, Teil 3

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Diese Anbieter sorgen für Reiseschutz

Ob Spezialist, Geschäftsreisekette oder IT-Konzern: Risiko-Management haben inzwischen viele Anbieter der Branche in ihrem Portfolio.

von Oliver Graue, 15.09.2017, 17:26 Uhr
Foto: Getty Images

Auch wenn von einem flächendeckenden Trend nicht die Rede sein kann: Dass Sicherheitsleistungen stärker nachgefragt sind als noch vor wenigen Jahren, zeigt die Entwicklung bei den großen Sicherheitsdienstleistern.

So startete das Tübinger Unternehmen A3M vor gut zehn Jahren mit einem reinen Tsunami-Warnsystem: Ende 2004 hatte eine Tsunami-Katastrophe in Asien 230.000 Tote gefordert. Inzwischen beschäftigt A3M allein mehr als 30 festangestellte Redakteure, die für 60 Kunden pausenlos das Weltgeschehen im Blick halten. Nachrichten aus den unterschiedlichsten Quellen werden gelesen, gefiltert, eingeordnet und ausgewertet – um daraus kurze Warnmeldungen zusammenzustellen. Große Reiseveranstalter wie die TUI oder Thomas Cook nutzen diesen Service ebenso wie zahlreiche Unternehmen – vom Automobilzulieferer über den Maschinenbauer und die Bank bis zum Pharmahersteller. Selbst Geschäftsreiseketten wie Derpart oder LCC kooperieren mit A3M. Aber auch International SOS, einer der größten Anbieter für medizinische und Sicherheitsbetreuung auf Reise, wächst. Sein Assistance-Center (= Hilfe rund um die Uhr) in Neu-Isenburg hat das Unternehmen gerade erst um ein Viertel auf 1000 Quadratmeter vergrößert. 100 Beschäftigte nehmen dort täglich mehr als 1oo Anrufe entgegen.

Weiteren Firmen im Sicherheitsbereich sind zum Beispiel EAFS, die Result Group, Corporate Trust, I-Jet, Litehouse Consulting, My Breev, MD Medicus oder Red24.

Reisebüros bieten Hilfe

Hilfe im Sicherheitssegment offerieren zudem die Geschäftsreiseketten – meist in Kooperation mit den genannten Spezialanbietern. Lufthansa City Center etwa stellt seinen Firmenkunden Module wie den LCC Travel Alert mit Gefahrenhinweisen zur Verfügung, das Traveller-Tracking-System zur Lokalisierung der Reisenden sowie 24/7-Assistance bei der medizinischen Versorgung und Sicherheitstrainings. Wettbewerber CWT bietet unter dem Namen Safety & Security entsprechende Pakete an; Derpart nennt sein Angebot DTS Travel Risk Management. Dazu gehören Elemente wie ein Länderinformationsportal mit Tipps zur Gesundheitsvorsorge und zu bestehenden Warnungen, das Global Monitoring Tool mit aktuellten Sicherheitsinformationen (Travel Alert) und der Reisendenortung (Traveller Tracking) und schließlich die medizinische und sicherheitstechnische Assistance in Notfällen.

Klare Reiserichtlinien

HRG bietet mit seiner Security Suite ein ebenfalls modular aufgebautes System, das Bausteine von der Vorbeugung über die Unterstützung während der Reise bis zur Reaktion im Notfall enthält. So überwacht die Online-Reporting-Software HRG Insight, wo Risiken einer gebuchten Reise auftreten können, und informiert Reisende automatisch. Über das Lokalisierungssystem kann der Travel Manager Kontakt aufnehmen. Travel Alerts und Lokalisierung sind auch über die App HRG On Track möglich. Für den Notfall gibt es eine 24/7-Hotline.

„Wir haben das kritische Thema Sicherheit zuletzt immer wieder mit unseren Kunden diskutiert“, sagt auch Egencia-Deutschland-Chefin Verena Funke. „Reisende wollen sich sicher fühlen, und Reiseentscheider brauchen mehr Echtzeitinformationen, um ihre Mitarbeiter zu betreuen.“ Dabei beginne die Fürsorgepflicht bereits mit klaren Reiserichtlinien. Diese könnten beispielsweise die Anzahl an Reisenden, die dasselbe Flugzeug nehmen dürfen, beschränken, oder „schon auf der Seite mit den Suchergebnissen individuelle Nachrichten zum Thema Sicherheit hinzufügen“. Zudem müssten Reisende aktiv geschult werden – „anstatt einfach nur Links mit ihnen zu teilen, die sie dann vielleicht gar nicht aufrufen und lesen“.

Aber nicht nur Spezialanbieter und Reisebüros bieten gesonderte Produkte an, sondern auch IT-Spezialisten. So baut die SAP-Tochter Concur ihre Lösung auf ihren Software-Modulen sowie auf den elektronischen Reisekostenbelegen auf, um den Aufenthaltsort der Reisenden zu bestimmen. „Möglich ist zusätzlich eine Zwei-Wege-Kommunikation“, so das Unternehmen.

Lesen Sie auch: Interview mit A3M-Chef Marcel Brandt

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