Sparen mit Schildern

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Auf nach Ködorf!

Jawohl – es gibt Alternativen zu Matratzen- und Straßenmaut. Mit intelligenter Schilderbeschriftung etwa kann der Staat eine Menge Geld sparen.

von Oliver Graue, 27.04.2015, 16:26 Uhr

Dass Bund, Länder und Kommunen notorisch über Geldnot klagen, ist nicht neu. Nicht umsonst sind sie kreativ darin, neue Quellen zu erschließen, aus denen das Bare sprudeln könnte: Die Straßenmaut gehört ebenso dazu wie die Matratzenmaut (von manchen auch als „Bettensteuer“ bezeichnet), und eine große Rolle spielt bekanntlich die Luftfahrtabgabe. Allein sie spülte Finanzminister Schäuble im letzten Jahr fast eine Mrd. Euro in die Kasse.

Viel zu wenig wird dabei an mögliche Einsparmaßnahmen gedacht. Dabei liegt gerade hier noch eine Menge an Möglichkeiten brach. Und manchmal sind es ausgerechnet die kleinen Städte oder Gemeinden, die in diesem Bereich mit nachahmenswerten Ideen vorpreschen.

Zu den Pionieren zählt der Hamburger Bezirk Wandsbek. Mit einem innovativen Ansatz spart er derzeit bei den Straßenschildern. Nein – es werden nicht etwa weniger Exemplare aufgestellt. Das wäre zu einfach. Stattdessen wird bei den vorhandenen Schildern Material und Farbe gespart, indem Ortschaften zusammengefasst werden.

So deutet in Volksdorf, ein Stadtteil des Bezirks Wandsbek, ein Hinweisschild auf den Ort „Wohlstedt“ hin. Zugegeben, diesen Ort gibt es nicht – zumindest hat ihn bislang niemand auf einer Karte oder in der Wirklichkeit finden können. Die Schildermacher haben zwei existierende Orte zu einem zusammengefasst: Wohldorf und Ohlstedt. Wohlstedt eben.

Es könnte ein Vorbild auch für andere Städte sein, gerade dann, wenn diese gut und eng befreundet sind. Warum etwa sollte man in München getrennt auf Hamburg und Bremen hinweisen? Die Richtung ist zunächst einmal dieselbe. Wieso also nicht „Bremburg“ auf die Schilder malen – oder „Hammen“?

Ähnlich liegt der Fall bei Köln und Düsseldorf. Wie sehr könnte man doch sparen, wenn man auf nord- oder süddeutschen Autobahnen die Orte „Düsselöln“ oder „Ködorf“ ausweist! Manchmal frage ich mich, wieso unsere Regierung nicht selbst auf solche Ideen kommt.

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