Stuttgart 21

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DB-Aufsichtsrat lässt neu prüfen

Die Kostenexplosion für den neuen unterirdischen Hauptbahnhof Stuttgart 21 ist weiter Thema. Ein Schreiben hat nach Medienberichten die Mitglieder des Aufsichtsrates höchst verunsichert.

16.03.2016, 15:38 Uhr
In der Animation kommt der neue unterirdische Hauptbahnhof S21 futuristisch daher.
Foto: DB/Aldinger & Wolf

Nach einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ versetzte ein Schreiben von Stuttgart-21-Gegnern das Kontrollgremium in Aufruhr. Den 20 DB-Aufsichtsräten wurde darin mit Klagen wegen „strafbarer Untreue“ gedroht. Darüber soll es am Dienstag auf der achtstündigen Aufsichtsratssitzung „eine sehr intensive Diskussion“ gegeben haben.

Zur Vorgeschichte: Ende 2009 wurde das Projekt Stuttgart 21 mit einem Umfang von damals 4,5 Mrd. Euro beschlossen. Schon zu diesen Kosten war eine Wirtschaftlichkeit kaum mehr gegeben. Außerdem gab es Zweifel an den Kalkulationen. Vor drei Jahren bewahrheiteten sich dann höhere Kosten von mindestens 5,6 Mrd. Euro. Doch damit nicht genug: Es wurde ein Finanzierungsrahmen von 6,5 Mrd. Euro eingeräumt.

Wegen der danach absehbaren Unwirtschaftlichkeit des ganzen Projektes kam es zu mehreren Klagen gegen DB-Vorstände und -Aufsichtsräte, die allerdings allesamt niedergeschlagen wurden.

Neues Gutachten kommt auf 10 Mrd. Euro Gesamtkosten

Mittlerweile gibt es ein neues Gutachten der Verkehrsberatung Vieregg-Rössler die laut „Stuttgarter Zeitung“ eine weitere Kostensteigerung auf knapp zehn Milliarden Euro errechnet. Die Unwirtschaftlichkeit des Hauptbahnhof-Projektes sei damit so gut wie sicher. Insofern wurde nun den Aufsichtsräten gedroht, sie auch persönlich in die Haftung zu nehmen.

Das Gutachten von Vieregg-Rössler kommt zu dem Ergebnis, „dass selbst jetzt noch ein Baustopp und ein Ausstieg bei S21 und stattdessen der Ausbau bestehender Strecken und des bestehenden Kopfbahnhofes die Steuerzahler insgesamt 5,9 Mrd. Euro billiger käme“.

Die DB dürfte nun die veranschlagten Kosten für das Großprojekt neu überprüfen lassen. Der zuständige DB-Vizechef Volker Kefer habe laut „Stuttgarter Zeitung“ nun zugesagt, mit den Wirtschaftsprüfern von PWC eine vertiefte Darstellung der Kosten und Risiken erstellen zu lassen. Die solle dann zur nächsten Sitzung des DB-Aufsichtsrates im Juni vorgelegt werden. (LS)

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