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Tagen auf dem Schiff

25.10.2006, 14:00 Uhr

Leinen los, Chef!

von Michael Krane

Volle Fahrt voraus fürs Konferieren auf dem Wasser. Worauf es ankommt und warum die Angebote nicht zu teuer sind.

Tagen auf einem Hochseekreuzer? Viele Chefs reagieren skeptisch: zu teuer, keine geeignete Ausstattung an Bord, zu lange Touren. Kurzum: Schiffe kommen definitiv nicht in Frage – zu Unrecht. Vor allem US-Reedereien räumen mit den Vorurteilen auf.

Nach der Arbeit das Vergnügen: Entspannung im Liegestuhl an Deck.
Foto: iStockphoto

Waren sie bislang in der Karibik aktiv, will etwa Royal Caribbean Cruise Lines (RCCL) jetzt mit viertägigen Business-Touren ab Barcelona starten. Und im Mai 2007 feiert RCCL Premiere ab Hamburg: Dann startet die Jewel of the Seas zu drei- und viertägigen Fahrten nach Oslo oder Amsterdam und zurück. Ein Grund, warum RCCL-Managerin Daniela Lagershausen bevorzugt deutsche Geschäftsreisende ansprechen will.

Ohnehin fordern die Amerikaner mit ihren neuen Routen den Marktführer Aida heraus, der seinen Vorsprung im Tagungs- und Incentive-Geschäft mit dem neuen Basishafen Hamburg ausbauen will. Längst startet die Aida Vita ab Hamburg zu 5- bis 14-tägigen Reisen ins Nordland. Und ab Warnemünde ist die Aida Aura in der Ostsee unterwegs.

Die Pluspunkte der Kreuzer: komplette Tagungseinrichtung, Vollverpflegung und die üblichen Annehmlichkeiten an Bord von Kreuzfahrtschiffen wie Abendshows und Fitnesseinrichtungen. Die Inklusivangebote machen die Fahrten auch preislich attraktiv. Lagershausen empfiehlt: „Vergleichen Sie Preise, und checken Sie, was extra bezahlt werden muss.“ Gesagt, getan: BizTravel hat die Angebote eines Fährschiffs, eines Hochseekreuzers und eines Hotels verglichen. Fazit: Der Kreuzer liegt preislich gut im Rennen.

Pluspunkte auf hoher See

Das Plus der Hochseeschiffe liegt in ihrer Größe. Tagungsgäste bleiben tagsüber unter sich und können ansonsten das reichhaltige Bordprogramm nutzen. Doch Vorsicht: Zu viel Fun auf hoher See kann steuerlich heikel werden. Damit die Tagung als Betriebsausgabe beim Finanzamt anerkannt wird, sollte man sich zuvor mit seinem Steuerexperten abstimmen.

Geschäftsreiseketten wie CWT und LCC berichten, dass Kunden zwar an Business-Terminen auf Schiffen interessiert sind, sich dann doch für Hotels entscheiden, weil diese mehr Termine zur Auswahl haben. Außerdem räumen sie den Häusern mehr Kompetenz bei der Tagungsabwicklung ein. „Zu Unrecht“, meint Lagershausen. „Unsere Technik und Betreuung sind top.“ Auch BCD-Chef Stefan Vorndran (siehe Experten-Tipp) betont, dass Reedereien, die das B2B-Geschäft im Blick haben, „flexibel auf die Wünsche der Unternehmen eingehen können“. Bei den Terminen allerdings endet die Flexibilität: Je nach Größe der Tagung müssen Firmen bis zu ein Jahr vorher buchen.

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