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Tagen auf See

13.06.2011, 09:15 Uhr

Meer tut gut, weil ...

von Oliver Graue

Mal was anderes wagen – und zum Tagen aufs Wasser gehen. Etwa auf eine Fähre oder eine Minikreuzfahrt. Das ist ein ganz besonderes Erlebnis. Wir listen auf, welche Vorteile das Schiff bietet.

Konzentriert Arbeiten: Warum nicht mal an Bord einer Fähre tagen?
Foto: Colorline

1... weil moderne Technik lockt.

Keine Qualität an Bord? Von wegen! „Sehr professionell“ – so urteilt Holger Leisewitz, beim VDR für Tagungszertifizierungen zuständig, über die Konferenzräume an Bord von Color Line. Anhand von 58 strengen Kriterien hat der Chef-Eventplaner von Beiersdorf die Tagungstauglichkeit der Schiffe Color Magic und Color Fantasy überprüft. Diese präsentieren sich hochmodern: als abgeschlossenes Konferenzzentrum mit Auditorium, Tagungsräumen und modernster Technik (für insgesamt 680 Teilnehmer). Der VDR verlieh Color Line als erster Reederei sein Siegel „Certified Conference Ship“.

2... weil das Rahmenprogramm inklusive ist.

Wer an Bord tagt, braucht sich ums Rahmenprogramm nicht zu kümmern. „Die Vorstellung, eine Kreuzfahrt sei Luxus, stimmt für Tagungen nicht“, sagt Color-Line-Chef Jörg Rudolph. „Denn auf dem Schiff ist bereits alles inklusive – vom Abendbüfett über den Spa-Besuch bis zur Musical-Vorführung.“ Auch die Organisation gilt daher als unkompliziert.

3... weil es Kreativität weckt.

„Ein Schiff ist etwas Exotisches“, sagt Eventplaner Leisewitz. Und der Blick aufs weite blaue Meer weckt Kreativität: „Er lässt den Kopf frei werden, und schnell entsteht ein Wirgefühl.“ Ab Deutschland bieten außer Color Line (Kiel–Oslo) auch Stena (Kiel–Göteborg) und Scandlines (Sassnitz–Trelleborg) Tagungen an.

4... An Bord tagt es sich konzentriert.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Tagungen fokussiert in einem professionellen Umfeld verlaufen“, berichtet Tanya Szymansky von der Agentur cp. Skandinavische Firmen haben das längst erkannt: Allein Color Line zählt jährlich über 60.000 Tagungsgäste aus Norwegen. Aber auch deutsche Unternehmen gehen auf See – von der Deutschen Bahn über Beiersdorf und große Lebensmittelketten bis zum Bundeswirtschaftsministerium. Vor allem aber schätzen kleine und mittlere Firmen das Schiff: „Bei uns geht es ab zehn Tagungsteilnehmern los“, sagt Rudolph.

5... weil es steuerlich anerkannt wird.

Eine Seefahrt, die ist lustig – aber nicht nur. Zugleich bietet sie auch beste Arbeitsatmosphäre. Die Finanzbehörden erkennen das an: Fürs Tagen auf dem Schiff gelten dieselben steuerlichen Vergünstigungen wie fürs Hotel oder für andere Locations.

6... weil es gar nicht so teuer ist.

Einen Preisvergleich mit dem Tagen an Land muss das Meer nicht scheuen. Color Line etwa bietet ihre Konferenz-Standardpakete ab 239 Euro pro Person an. Darin enthalten sind neben der Schiffsreise zwei Übernachtungen, der Konferenzraum, die Tagungstechnik, Kaffee, Tee, Obst, Frühstücks- und Abendbüfett.

7... weil niemand ausbüxen kann.

Zumindest einer Sache können sich Unternehmen eigentlich nur dann sicher sein, wenn sie ihre Mitarbeiter aufs Schiff bringen: „Ausbüxen kann uns hier wirklich niemand“, formuliert es ein Eventmanager – und lacht.

Auf diesen Strecken können Sie tagen

Color Line: Zwischen Kiel und Oslo. Dauer der „Mini-Kreuzfahrt“: 2,5 Tage. In Oslo vier Stunden Pause, die sich für Teambuilding (z. B. Segeln) oder Incentives (Holmenkollen, Stadtrundfahrt) nutzen lassen. Es besteht die Möglichkeit, eine Nacht in Oslo zu bleiben; das Programm organisiert auf Wunsch Color Line. www.colorline.de

TT-Line: Zwischen Travemünde und Trelleborg (Schweden). Dauer: 23 Stunden. Zwei Tagungsräume für bis zu 50 Personen. www.ttline.com

Stena: Zwischen Kiel und Göteborg. Dauer: 14 Stunden, 7 Räume für bis zu 56 Personen. www.stenaline.de

Scandlines: Zwischen Sassnitz und Trelleborg, 4 Std. www.scandlines.de

Oder einfach mal in den Ferienpark!

Auch Ferienparks und Ferienclubs können eine prima Alternative zum Tagungshotel sein.

Center Parcs zum Beispiel mit seinen deutschen Anlagen Nordseeküste, Bispinger Heide und Hochsauerland verzeichnete 2010 über 700 Tagungsanfragen und 92.000 Teilnehmer – „50 Prozent mehr als 2009“, sagt Eventverantwortlicher Günter Disch. Vorteil: Die Parks bieten zahlreiche Freizeitmöglichkeiten, die sich für Teambuilding oder Incentives eignen – vom Wassersport übers Klettern, Abseilen oder Überlebensübungen bis hin zum Abenteuer-Dinner im „Afrikanischen Wintergarten“.

Sport und Entspannung stehen auch in Ferienclubs wie Robinson, Aldiana oder Club Med im Mittelpunkt. Robinson etwa macht Events und Tagungen für zehn bis 800 Personen möglich. Der Park Fleesensee in Mecklenburg-Vorpommern erhielt gerade das Siegel „Certified Conference Hotel“. Und wer seine Kaffeepause lieber mit Micky Maus verbringt, wählt einen Freizeitpark. Im Disneyland Paris lässt es sich ebenso treffen wie im Europapark Rust, im Heidepark Soltau oder im Legoland Billund.

Ausführlicher Bericht: BizTravel 1/11, S. 52/53

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